Justiz

Klauen nicht geschnitten – Bauer wegen Tierquälerei verurteilt

Ein Bauer aus dem Bezirk Meilen wird wegen mehrfachen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz verurteilt. Der Fall zeigt, wie streng die Vorschriften bei der Tierhaltung sind und angewendet werden können.

Das regelmässige Schneiden der Klauen ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Nutztierhaltung.

Das regelmässige Schneiden der Klauen ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Nutztierhaltung. Bild: Symbolbild/Keystone

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Im internationalen Vergleich ist die Schweiz in Sachen Tierschutz sicher eher vorbildlich. Gerade Bauern, die Tiere halten, müssen Dutzende Vorschriften beachten. Nicht alle scheren sich darum, wie der «Fall Hefenhofen» diesen Sommer gezeigt hat. Ein Extremfall: Der Thurgauer Bauer hatte die Kontrolleure vom Amt eingeschüchtert und getan, was er wollte. Worauf die eigentlich korrekt handelnden Bauern achten müssen und welche Konsequenzen Fehler haben können, zeigt der Fall eines Bauern aus dem Bezirk Meilen.

Statt den Tierarzt zu benachrichtigen, hatte der Bauer die Wunde nur mit Salbe eingeschmiert.

Er wurde nach einer Kontrolle in diesem Jahr per Strafbefehl gleich wegen mehrfachen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz verurteilt. Die Kontrolleure erschienen nach einer Pause von sieben Jahren auf dem Hof des 65-Jährigen. Dabei stellten sie fest, dass die Wunde einer Kuh, ein offener Abszess, nur unzureichend versorgt worden war. Statt den Tierarzt zu benachrichtigen, hatte der Bauer die Wunde nur mit Salbe eingeschmiert. Das Tier musste später eingeschläfert werden (fahrlässige Tierquälerei).

Bei mehreren Kühen waren die Klauen nicht fachgerecht geschnitten, wie die Kontrolleure feststellten. Das habe zu Gehbeschwerden geführt. Auch bei der Verschriftlichung hat es der 65-Jährige nicht genau genug genommen: Teilweise war der Auslauf der Tiere nicht im Journal eingetragen. Schliesslich war nicht genug Einstreu im Stall vorhanden. Das hat bei mehreren Kühen zu Druckstellen an den Gelenken geführt. All diese Verstösse werden als fahrlässige Missachtung der Vorschriften über die Tierhaltung geführt.

Vor allem Haustiere

Für die vier verschiedenen Punkte wird der Bauer mit einer bedingten Geldstrafe von 60 mal 100 Franken belangt. Die Probezeit gilt für die Mindestlaufzeit von zwei Jahren. Zahlen muss der Mann eine eher hohe Busse von 1500 Franken.

Dass der Bauer aus dem Bezirk Meilen nicht allein ist, zeigt ein Blick auf die Statistik. Schweizweit gibt es gemäss der Stiftung Tier im Recht (TIR) jährlich mehr als 2000 Verfahren wegen Verstössen gegen den Tierschutz.

Allerdings sind Nutztiere nur in einem Viertel der Verfahren betroffen. Den allergrössten Anteil machen Haustiere aus, mit über 60 Prozent der Fälle. An der Spitze der geführten Verfahren steht der Kanton Zürich mit jährlich weit über 400. Gemäss TIR nicht zuletzt wegen speziell geschaffener Strukturen, etwa einer Spezialabteilung bei der Kantonspolizei.

Erstellt: 03.01.2019, 16:02 Uhr

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