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Beutler gefährdet linksgrüne Mehrheit

Yvonne Beutler hat am Mittwoch überraschend ihren Rücktritt aus dem Winterthurer Stadtrat bekanntgegeben. Ein Kommentar von Marc Leutenegger, Leiter Ressort Stadt.

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Die Konkurrenz hat sich nicht lange bitten lassen: Kaum hatte Yvonne Beutler am Mittwoch ihren Rücktritt kommuniziert, bestätigten GLP und SVP auch schon ihre Kandidatur um die Nachfolge. Dabei hatte die amtierende Finanzvorsteherin ihre Pläne erfolgreich geheim gehalten. Nicht einmal ihre eigene Partei sah den Rücktritt kommen. Entsprechend unvorbereitet treffen Beutlers Karrierepläne jetzt die Sozialdemokraten.

Die SP hat mit 18 Personen zwar eine grosse Fraktion und auch einige profilierte Köpfe. Weil die Ausgangslage aber nach einer Frau verlangt, wird die Liste schnell kurz und übersichtlich. Die Zeit bis zur Ersatzwahl, die noch vor den Sommerferien stattfinden wird, ist knapp, um jemanden zu lancieren. Kurzum: Durch Beutlers vorzeitigen Abgang ist die links-grüne Stadtratsmehrheit gefährdet.

Die Zeit bis zur Ersatzwahl ist knapp, um jemanden zu lancieren.

Gefährlich werden könnten der SP ausgerechnet die Grünliberalen, die in Winterthurer Exekutivwahlen bisher als ewige Verlierer galten. Während die SP stagnierte, hat die GLP in den Kantonsratswahlen zuletzt sogar noch stärker zugelegt als die Grünen. Und mit Katrin Cometta und Annetta Steiner stehen zwei profilierte Kandidatinnen bereit. Dass Cometta sagt, mit Beutler trete quasi eine Grünliberale ab, zeigt das erstarkte Selbstvertrauen der lokalen GLP. Noch gibt es viele Szenarien. Kommt es aber zu einem zweiten Wahlgang, und zieht die SVP taktisch zurück, wird es eng für die SP.

Erstellt: 03.04.2019, 16:45 Uhr

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