Stadtverbesserer

Happa-Happa statt Hamam

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Alle schwärmen von einem Hamam – dies schrieb der «Landbote» kürzlich mit Bezug auf die Umnutzung des alten Polizeipostens am Obertor, der in den nächsten Jahren geräumt wird. Alle wollen also ein Türkenbad. Es streiten sogar die Linken aus dem Komitee der Obertor-Initiative und der nicht ganz so linke Stadtrat darüber, wer denn nun türkenbadfreundlicher sei. Das scheint bemerkenswert, denn sehr viel Türkisches hat man sich in ­Winterthur zuletzt nicht gewünscht. Das Türmchen auf der Bade­wannenmoschee, das wie ein Minarett aussah, liess man jedenfalls schnell wieder abreissen, und zwar noch lange vor Annahme der Minarett-Initiative.

Statt Türkenbad könnte man freilich auch sagen: Dampfbad, Schwitzbad oder Ähnliches. Ein Begriff, der Kontinuität zur heutigen Situation herstellen würde, denn bereits aktuell schwitzen die Stadtpolizisten im Sommer nicht wenig in den unklimatisierten Räumen am Obertor.

Türkisches Bad oder Schwitzbad: Eigentlich braucht man über den Begriff nicht weiter nachzudenken, denn selbst­redend wird es einen solchen Ort in Winterthur nie geben. Da hilft es nichts, wenn der Stapi noch so gerne verkünden möchte: «Habemus hamam», oder es dem Münchner Oberbürgermeister gleichtun, der kürzlich bei einer Neueröffnung im Süden der Stadt stolz sagte: «Mir ham hamam.»

Man überlege einmal un­voreingenommen. Was geht in Winterthur heute auf, wenn etwas Altes schliesst? Richtig: ­entweder ein H&M oder eine Chickeria. Warum sollte das diesmal anders sein? Stellen wir uns also besser schon heute auf das ein, was man uns künftig ­bieten wird: Ha & Mam oder Happa-Happa statt Hamam.

Wer dies verhindern möchte, weil er lieber etwas Türkisches hätte: Eine Möglichkeit gibt es noch. Im Rahmen der Nutzungsplanung sollte man sich für einen weiteren Kebabstand am Obertor einsetzen. Hamam ist Utopie in Winterthur, halal ist kein ­Problem. (Der Landbote)

Erstellt: 29.08.2018, 17:14 Uhr

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