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Spiel’s noch einmal, Marvel

Mit dem äusserst emotionalen ‹Avengers:Endgame› geht einer der wichtigsten Filmzyklen des 21. Jahrhunderts zu Ende.

Eine Farmim Herzen Amerikas. Ein Vater bringt seiner Tochter das Bogenschiessen bei. Es ist kein anderer als Hawkeye (Jeremy Renner). Nebenan werfen die Söhne einen Ball hin und her, während die Mutter das Picknick vorbereitet. Ein Idyll, das sich von einem Moment zum anderen auflöst. Die Familie zerfällt zu Staub, nur der Vater ist noch da. ‹Avengers: Endgame› zeigt uns mit dieser Eröffnungsszene noch einmal, was die überlebenden Avengers verloren haben und was auf dem Spiel steht: Das halbe Universum, das Thanos (Josh Brolin) in ‹Avengers: Infinity War› mithilfe der Infinity Steine ausgelöscht hat.

Doch zu Beginn des Filmes sind nicht einmal alle Verteidiger der Erde auf der Erde. Tony Stark (Robert Downey Jr.) driftet mit Nebula (Karen Gillan) in einem beschädigten Raumschiff durch das All und bereitet sich auf sein Ende vor. Währenddessen suchen die restlichen Überlebenden auf der Erde, Captain America (Chris Evans), Bruce Banner (Mark Buffalo), Black Widow (Scarlett Johansson), Thor (Chris Hemsworth), Rhodey (Don Cheadle) und Rocket (Bradley Cooper), nach einem Plan um Thanos doch noch zu besiegen und hoffentlich die Verschwundenen wieder zurückzubringen.

Die grössten Hits

Wie genau die Avengers dabei vorgehen, soll hier nicht verraten werden. Nur so viel: Alles was sie brauchen, haben sie in den letzten 21 Filmen gefunden, sodass es zahlreiche Querverweise auf die früheren Filme gibt. Das ist natürlich für Fans des Marvel Cinematic Universe (MCU) äusserst befriedigend. (Der Film ist für Fans gemacht, alle anderen haben keine Chance der Handlung zu folgen). Für den Film ist es allerdings weniger ideal, denn der Blick zurück droht in einigen Momenten beinahe zu einem Greatest Hits Album zu verkommen. Doch glücklicherweise werden diese Rückblicke dann doch noch als Sprungbrett genutzt, um Handlung und Charaktere weiterzuentwickeln.

Es sind vor allem die sogenannten Original Avengers, also Iron Man, Captain America, Hawkeye, Thor, Hulk und Black Widow, die in diesem Abschluss der Infinity-Saga das emotionale Herzstück bilden. Insbesondere im Fall von Hawkeye, der bis anhin immer zu kurz gekommen ist, macht ‹Endgame› einiges an Boden gut. Vom Verlust seiner Familie gekennzeichnet, ist der Bogenschütze ein Getriebener, der versucht, dem Unverständlichen einen Sinn aufzuzwingen.

Alle Avengers haben verschiedene Strategien, um mit dem Trauma umzugehen und der Film begleitet sie dabei. So können die Zuschauer noch einmal ausgiebig Zeit mit den lieb gewonnenen Figuren verbringen. Passend zur düsteren Thematik ist die Farbpalette von ‹Avengers: Endgame› um einiges dunkler als zum Beispiel in ‹The Avengers,› dem ersten Film über das Superheldenteam aus dem Jahr 2012. Auch die Zahl der flotten Sprüche wird zurückgeschraubt.

Am Rande des Chaos

Der Film schwächelt, wenn er sich von den Charakteren entfernt und stattdessen auf das grosse Ganze fokussiert. Da wird er teilweise beinahe unübersichtlich, auch in den Kampfszenen, was die ‹Avengers›-Filme bis anhin vermieden haben. Bekannte Figuren, die nicht zur Kerngruppe gehören, tauchen kurz auf und sind schon wieder verschwunden, bevor man sie richtig registriert hat. Es ist eben nicht ihr Film. Sie dürften in ihren Solofilmen wieder zum Zug kommen.

Glücklicherweise besinnt sich der Film aber immer wieder auf seine Stärken und findet den Weg zurück zu unseren Helden, mit denen wir vor all diesen Jahren die Reise begonnen haben. Dadurch wird ‹Avengers: Endgame› zu einem würdigen, äusserst emotionalen Abschluss einer grossartigen Filmreihe. Hoffentlich kann das nächste Kapitel im MCU daran anknüpfen.

‹Avengers: Endgame› ist ab heute im Kino.

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