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Die Wähler aus dem Blick verloren

Es ist eine Überraschung. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass Links-Grün im Stadtrat und im Gemeinderat Sitzgewinne bejubeln würde. Aber offenbar ist es der SP zum Schluss des Wahlkampfs doch gelungen, Zweifel an der Glaubwürdigkeit des bürger­lichen Stadtrats zu schüren. Er betreibe Klientelpolitik, lautete der mehrfach erhobene Vorwurf.

Beflügelt vom Wahlerfolg vor vier Jahren, verlor der bürgerliche Stadtrat aus dem Blick, was die Wähler erwarten. Eine Politik nämlich, die sich um die Anliegen aller kümmert. Verschiedene Entscheide in letzter Zeit liessen an diesem Willen zweifeln. Etwa die gewerbefreundliche Parkplatzverordnung oder die Absicht, Wohnungen im teureren Segment zu fördern. Und schliesslich stiess auch der Vorschlag, Land an bester Lage an eine private Firma zu verkaufen, auf harsche Kritik. Dies alles schadete den Bürgerlichenstärker, als man erwartet hatte.

Zweifelsohne profitierten aber die Linken gestern auch davon, dass die No-Billag-Initiative, ganz anders als die Masseneinwanderungsinitiative 2014, vor allem die eigene Wählerschaft mobilisierte. Soll die neue Mehrheit den No-Billag-Effekt überdauern, müssen SP und Grüne beweisen, dass sie wirklich für die Bevölkerung politisieren wollen.

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