Landluft

Häufiger in der Fotofalle als alle Luchse und Wölfe

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Zwei junge Luchse tappten Ende August im Tösstal in eine Fotofalle, die Jäger aufgestellt hatten. Bilder und Videos zeigten, wie sie ein Reh frassen, das die Mutter zuvor erlegt hatte. Grosse Angst hat niemand, die grosse Katze geniesst mehr Sympathien als etwa ein Wolf.

Noch weniger Sympathien löst nur noch ein Wesen aus, das wohl am meisten in den Fotofallen der Jäger landet: der gemeine Raser. Gerade in der Brunftzeit wird mit benzinbetriebenen Lockrufen das Revier markiert und die Weibchen zu bezirzen versucht. Wroom, wroom! Dabei hinterlassen sie auch die typische Duftnote, die Velofahrer und Fussgänger sofort (also halt so schnell sie können) das Weite suchen lässt. Hust, hust. Vier Pfoten? Vier Räder!

Angaben zur genauen Anzahl der Raser in der Region gibt es nicht, da der Lebensraum sehr weitläufig ist. So war ein Exemplar einmal am selben Tag in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Zürich gesichtet worden. Erstaunlich ist, dass die Population trotz Restriktionen nicht abzunehmen scheint. Dabei existieren im angrenzenden Deutschland ganze Schutzgebiete, auch Autobahnen genannt. Vielleicht liegt es an der tief liegenden Überzeugung der Spezies, ihr Gefährt immer unter Kontrolle zu haben. Ich, eine Gefahr? Sicher nicht! Mit telepathischen Kräften lassen sie sämtliche Tiere erstarren, wenn sie durch den Wald rasen.

Es bräuchte Massnahmen zur Regulierung. In Bern wird aktuell über das Jagdgesetz beraten. Wölfe sollen gemäss Ständerat auch in Schutzgebieten geschossen werden dürfen. So weit muss man bei den Rasern vorerst nicht gehen. Vielleicht hilft eine Kastration, um sie einzudämmen: Jeder müsste sein Fahrzeug gegen einen E-Roller tauschen.

Erstellt: 13.09.2019, 11:56 Uhr

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