Stadtverbesserer

Punkte statt Pendler

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Wohnen im Thurgau ist schön. Da ist noch willkommen, wer auf der grünen Wiese ein Häusle bauen will. Schön! Aber wo die Brötchen verdienen, um die Hypothek abzustottern?

Doch lieber im nahen Ausland: in Zürich, Schaffhausen oder St. Gallen. Innert 16 Jahren ist die Anzahl Wegpendler offenbar um gut 70 Prozent gestiegen. Die Frauenfelder zum Beispiel, so konnte man lesen, pendeln besonders gerne nach Winterthur. Auch sie will der Regierungsrat nun «wieder in den Thurgau zurückholen» und bezirzte die verlorenen Töchter und Söhne an den Bahnhöfen mit einer grossen PR-Aktion.

Ein paar Thurgauer weniger in der Stadt? Winterthur würde das schon verkraften.

Ein paar Thurgauer weniger in der Stadt? Winterthur würde das schon verkraften, denkt sich der Stadtverbesserer. Bei anderen Dingen würde er sich schon mehr ins Zeug legen, um sie «wieder zurückzuholen.» Nicht für die exportierten O-Bikes, die inzwischen im Nahen Osten nicht funktionieren. Nicht für das Axa-Winterthur-Logo, dem Nostalgiker nachtrauern, und nicht für die riesige Buddha-Statue, die inzwischen wohin abgewandert ist? Nach Amriswil TG.

Der Stadtverbesserer wünscht sich lieber die verlorenen Punkte des FCWs in Kriens und Chiasso zurück.

Noch banaler, aber nicht zu greifen sind die Dinge, die sich der Stadtverbesserer nach Winterthur wünscht: die drei Punkte zum Beispiel, die der FCW Anfang Rückrunde in Kriens liegen liess, und die zwei Punkte wenig später in Chiasso, mit denen der Traum von einer ausverkauften Schützi an den Aufstiegsspielen gegen GC erste Risse bekam.

Schwamm drüber. Am besten im Strandbad Pfäffikon, sollte sich der Sommer noch melden. Doch dort gilt der Sportpass ja bekanntlich nicht mehr! Schwamm drüber. Sieben Franken Eintritt macht der Stadtverbesserer locker locker, um sich den Winterthurer Seeanstoss zurückzuholen (Landbote)

Erstellt: 13.06.2019, 10:47 Uhr

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