Tribüne

Zauberhaftes

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Die Zauberei gehört zu den Dingen, die die Menschen in der ganzen Welt faszinieren. Zauberer füllen Theatersäle und Zirkusmanegen und erfreuen Jung und Alt. Ihre Tricks sind verblüffend und unerklärlich. Als Zuschauer kann man sich zurücklehnen und betören lassen oder man kann versuchen, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, was fast noch mehr Spass macht. Natürlich lösen sich Elefanten nicht einfach in Luft auf, und Jungfrauen werden nicht wirklich zersägt und dann wieder zusammengesetzt, ohne dass ein Tropfen Blut fliesst. Aber wie machen die das bloss?

Im Kampf um Einschaltquoten brach vor einigen Jahren eine Fernsehserie das Tabu und ­deckte einige Tricks auf. Das kurzfristige Aha-Erlebnis aber beraubte die Zuschauer wahrscheinlich für den Rest ihres ­Lebens des Vergnügens, verblüfft zu werden. Magie macht doch nur dann Spass, wenn sie unerklärbar bleibt.

Im Verlaufe meines Lebens bin ich einige Male unfreiwillig doch zu diesem geheimen Wissen gekommen. Als Moderator der TV-Show «Benissimo» war es unvermeidlich, mich auch ab und zu hinter den Kulissen zu bewegen, wo sich die Künstler nicht so abschirmen wie vorne auf der Bühne.

Einmal durfte ich sogar Teil eines unglaublichen Tricks von David Copperfield sein, vor 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauern im Zürcher Hallenstadion, wo ich mich zusammen mit 19 weiteren Personen einfach in Luft auflöste! Vorher gab es einen Austausch von Unterschriften. Jeder von uns erhielt ein Autogramm von Copperfield, umgekehrt setzten wir unsere Unterschrift unter einen Vertrag, der uns zum Stillschweigen verpflichtete, ansonsten 100 000 Dollar Strafe fällig würden. Kein weiteres Wort mehr darüber ­also, sorry . . .

In Las Vegas schliesslich erklärte mir einmal ein Freund, wie das mit Siegfried und Roy funktionierte, die eben noch vorne ­zusammen mit einem Tiger in einem Käfig eingeschlossen waren und nur Sekunden später zuhinterst im Zuschauerraum wieder auftauchten. Gab es zwei Siegfrieds und zwei Roys? Waren für sie vier Hotelzimmer reserviert? Überhaupt nicht! Sondern . . .

Nein, ich werde keine Geheim­nisse verraten, aber ein paar kleine Tipps habe ich schon auf Lager:

1. Man hat ja immer einen ersten Verdacht, den man dann aber sogleich wieder verwirft, weil zu viel dagegen spricht. Diese allererste Idee sollten Sie nicht so schnell ­wieder fallen lassen.

2. Auf einige superaufwendige Tricks kann man gar nicht kommen, weil sie auf einer äusserst komplizierten Technik beruhen.

3. Die meisten Tricks aber sind so einfach, dass man sich nachträglich an den Kopf greift.

Oft habe ich bei den Fernsehshows die Artisten vor ­allem dafür bewundert, dass sie angesichts des so läppischen, ein­fachen, faulen Tricks überhaupt den Mut hatten, ­damit aufzutreten. Wenn man ein­geweiht ist, kann man es fast nicht glauben, dass nicht sogleich alle Leute die ­Sache durchschauen, so offensichtlich ist doch das Ganze!

Mit anderen Worten: einfach zauberhaft! (Der Landbote)

Erstellt: 12.01.2019, 11:44 Uhr

Bernard Thurnheer ist Sportreporter und wohnt in Seuzach. (Bild: Johanna Bossart)

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