Kolumne

Bald sind alle Probleme gelöst

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Trotz Krieg, Klimawandel und Trump: So schlimm ist die Weltlage insgesamt nicht, wie Harvard-Psychologe Steven Pinker in seinem neusten Buch beweist. Ob Gesundheit, Wohlstand, Bildung oder Demokratie, alles entwickelt sich zum Besseren, wie er kürzlich in einem «Spiegel»-Interview sagte.

Die erfreuliche Entwicklung macht vor der Region Winterthur nicht halt. Trotz neuem Finanzausgleich, Flüchtlingskrise und steigender Sozialkosten können die meisten Gemeinden ihre Steuerfüsse halten. Mehr noch: Selbst die Behördenämter sind beliebt. Bisher fehlt es nur an wenigen Orten an motivierten Kandidaten für die Erneuerungswahlen.

Ständiges Gejammer übertönt den Fortschritt.

Die gefühlte Stimmung ist hingegen eine andere. Ständiges Gejammer übertönt den Fortschritt. Man könnte manchmal meinen, das Milizsystem stehe kurz vor dem Zusammenbruch. Dasselbe gilt für die Weltlage.

Das liegt vor allem daran, dass wir Menschen eine natürliche Neigung zum Negativen haben, wie der Harvard-Professor im Interview erklärt. Verstärkt wird das Ganze noch aus einem anderen Grund: Kritische Menschen werden laut Pinker als intelligenter wahrgenommen als Optimisten. Es ist also nicht sehr gescheit, positive Zukunftsvisionen zu entwickeln. Schade eigentlich, denn die Fakten sprechen eindeutig dafür, dass auch in der Region alles gut kommt.

Denken wir nur an künstliche Intelligenz, die alle Probleme lösen wird. Bestimmt verkehren schon bald selbstfahrende Busse zwischen den Dörfern. Das ist ein grosser Vorteil für alle Gemeinden, die Kosten senken wollen. Die Politiker lassen die Fahrzeuge zu mobilen, multifunktionalen Räumen ausbauen. Kirchgänger trinken darin Kaffee und fahren gleichzeitig in andere Dörfer, um dort die Gottesdienste zu besuchen, die an ihrem eigenen Wohnort wegen der Fusionen nicht mehr stattfinden.

In einem anderen Bus ist der Dorfladen einquartiert, Poststellen, Verwaltungsabteilungen oder Beizen sausen automatisch durch die Gegend. Jeder bestellt sich auf dem Natel nach Hause, was er gerade braucht. Die wenigen Gemeinden, die es noch gibt, teilen sich die wenigen Kosten. Die Steuern sinken ins bodenlose. Nur einen Haken hat das Ganze. Man kann sich nicht mehr beklagen. (Der Landbote)

Erstellt: 22.02.2018, 12:47 Uhr

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