Zum Hauptinhalt springen

Bloss XXL oder sogar schmackhaft?

Schafft «Angerichtet»-Kolumnist Jonas Gabrieli das «Ungetüm» von einem Cordon-Bleu im Bienengarten in Schlattingen?

Jonas Gabrieli

Ich hatte mich vorbereitetund fast nichts gegessen: Im Bienengarten, eines für seine riesigen Cordon-Bleus bekannten Restaurants in Schlattingen, sollte es an diesem Abend zum Showdown kommen. Die grosse Frage: Sind die mit Käse gefüllten Ungetüme auch lecker oder bloss wuchtig?

Das Restaurant ist an diesem Mittwochabend mit einem Dutzend Personen knapp zur Hälfte gefüllt. Die Einrichtung ist ein Mix aus Dorfbeiz (Vereinsfahnen und Kränze) sowie goldenen, verschnörkelten Gegenständen aus Sri Lanka. Kumar Thermalingam heisst der Besitzer seit fünfeinhalb Jahren, 2008 hat er hier als Pächter begonnen. Gelernt hat er einst im Winterthurer Strauss, danach war er im National und Giardino engagiert, im Castello war er während vier Jahren Küchenchef.

Zuerst will ich die asiatischen Kochkünste testen: Ich bestelle Frühlingsrollen mit Salat (13.50 Franken). Sie bestehen den Test, sind überhaupt nicht fettig, aber trotzdem so knusprig wie nur möglich. Die dazugehörige Sweet-Chili-Sauce hat viel Schärfe. Mehr Süsse finde ich im bunten Salat wieder, dort entdecke ich exotische Früchte wie etwa Kiwis. Einzige Kritik: Welche Sauce ich will, hat die Kellnerin nicht gefragt.

Die grosse Frage: Sind die mit Käse gefüllten Ungetüme auch lecker oder bloss wuchtig?

Dann werfe ich einen Blickin die Cordon-Bleu-Karte: Zehn verschiedene Variationen werden angeboten, aus Kalb, Schwein oder Poulet, verfeinert mit Mozzarella, Salami, Tomaten, Pilzen, Ananas oder Curry. Ich entscheide mich für die «Bienengarten»-Variante (36.50), gefüllt mit Speck, Raclettekäse und Vorderschinken. Dazu gibt es Broccoli, Karotten und Bohnen sowie Pommes Frites.

Leider habe ich kein Lineal dabei, schätze das Ungetüm aber auf rund 25 Zentimeter Länge, der übergrosse Teller ist zu rund drei Vierteln bedeckt. Kurz: Die Portion ist riesig. Aber auch sehr schmackhaft: Die knusprige Panade hat kleine Luftblasen unter dem Fleisch gebildet, so wie sie sein sollte. Das Fleisch ist saftig, der Käse flüssig. Das Gemüse fällt dagegen ab, weil etwas fade. Aber ich bin schon genügend mit dem Fleisch beschäftigt und will auch nicht aufhören, davon zu essen, als ich bereits mehr als satt bin. Den Dessert muss ich sausen lassen. Dafür gibts aus der Küche noch einen Gratis-Limoncello. Der soll ja die Verdauung anregen.

Restaurant Zum Bienengarten, Obere Dorfstrasse 1, Schlattingen, 052 657 19 47, bienengarten.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch