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Der Autor im Garten – katzengleich

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Unter den Haustieren gilt die Katze bekanntlich als das eleganteste. Es ist ja auch kein Zufall, dass man den Laufsteg von Modeschauen «Catwalk» und nicht etwa «Krokodilpfad» oder «Schlangengrube» nennt, auch wenn es dort vielleicht manchmal wie in einer solchen zu und her geht.

Wahrhaftig: Anmut und Eleganz, das ist es, womit auch unsere Katze mich tagtäglich beeindruckt. So zum Beispiel gestern, als ich nach Hause kam, da sonnte sie sich gemütlich auf der Veranda der Nachbarn, genauer: sie sonnte sich auf der Veranda sowie der Treppe, die zur Veranda führt, sowie auf dem Rasenstück, von welchem die Treppe zur Veranda führt.

Kein Wunder, kriegt man mit einem derartigen Auftritt von allen Seiten bewundernde Streicheleinheiten.

Rein von der Geometrie her dürfte das ja eigentlich gar nicht gehen, dass sich ein so zierliches Tier auf einer derartig grossen Fläche ausbreiten kann.

Haben Katzen eigentlich gar keine Knochen? Wie ein Pudding in Fellverpackung liess sich unser Büsi über Schieferplatten und Treppenstufen fliessen und hatte dabei trotzdem noch die Fähigkeit, mich mit erhobenem Köpfchen anzugähnen und bei dem Ganzen auszusehen wie eine auf edlem Diwan drapierte Filmdiva. Kein Wunder, kriegt man mit einem derartigen Auftritt von allen Seiten bewundernde Streicheleinheiten. Da kann man schon neidisch werden.

Ich hab dann mal ausprobiert, ob das bei mir ebenfalls funktioniert: Während mein linkes Bein über die Bodenplatte scheuert, den rechten Arm gegen den Rasen strecken und dabei Bauch und Rippen in die Treppenwinkel schmiegen: Das ist nicht einfach, kann ich Ihnen sagen. Obwohl ich über eine erheblich grössere Körperlänge verfüge als meine Katze, hab ich das kaum geschafft. Vor allem aber sah ich dabei wohl auch nicht so attraktiv aus.

Die Katze selbst hat mir zwar ganz interessiert zugeschaut und auch meine Frau kam umgehend zu uns nach draussen, hat mich aber nicht etwa wie erhofft am Nacken gekrault und mein Kopffell gestreichelt, sondern mich vielmehr aufgefordert, sofort wieder aufzustehen, andernfalls würden die Nachbarn ob meinem verstörenden Anblick noch den Appetit fürs Abendessen verlieren.

Ich blieb dann noch ein Stündchen schmollend und mit schmerzenden Rippen sowie aufgeschürftem Knie im Garten sitzen und hab nachgedacht und mich gefragt, ob wir uns nicht doch noch ein anderes Haustier zulegen sollten. Mit einem Gürteltier zum Beispiel könnte ich, zumindest was die Eleganz angeht, wenigstens noch halbwegs konkurrenzieren.

(Der Landbote)

Erstellt: 29.05.2018, 16:02 Uhr

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