Tribüne

Der Computer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Computer hat sich in den letzten Jahren so rasant entwickelt, dass sogar sein Name - eben Computer - schon ganz schön altertümlich klingt. Man spricht von Rechner, und mitführen tut man ihn auch schon lange nicht mehr, sondern den Laptop, das Notebook, das Tablet, den iPad. Wenn wir von alledem sprechen, meinen wir aber meistens das Internet, das unser Leben so sehr verändert hat.

Wer war der Hauptdarsteller im Film Ben Hur? Was früher noch zu hitzigen Diskussionen führte, ist heute innert weniger als einer Minute geklärt. Bei Google «Ben Hur» eingeben oder die digitale Freundin Wiki (Pedia mit Nachnamen) fragen, schon ist die Antwort da (Charlton Heston).

Der Gang in die Stadtbibliohek oder ins Zeitungsarchiv des «Landboten» findet kaum mehr statt, und mir telefoniert auch keine fröhliche Zecherrunde mehr, um einen Streit über eine Fussballfrage zu klären. Schon toll wieviel Wissen man in kürzester Zeit abrufen kann.

Computer sind wunderbar! Sie lösen für uns viele Probleme, die wir ohne sie gar nicht hätten!

Dies sollte man nie vergessen, wenn man wieder einmal Opfer geworden ist. Ich denke da nicht einmal in erster Linie daran, dass «das Netz» mittels unzähliger Daten fast alles über mein Privatleben und insbesondere mein Konsumverhalten weiss, als an ganz konkrete Situationen im Alltag.

Jeden Tag verbringt der Mensch, der an seinem Arbeitsplatz über einen Computer verfügt, eine halbe Stunde lang nur damit, Mails, die ihn nicht interessieren, zu löschen. Was könnte man mit dieser Zeit alles tun!

Wehe, wenn der Computer abstürzt, nicht mehr funkioniert, ausfällt. Den Arbeitstag kannst du glatt streichen! Werde ich diesen Zustand längerfristig überhaupt überleben? Meine Ferienfotos, meine Manuskripte, meine sorgsam nachgeführten Dateien, meine Adress- und Telefonlisten: Weg für immer? Ein Alptraum!

Ja keine Fremden ins eigene System eindringen lassen, so wurde mir einst eingebläut. Deshalb habe ich jedes angebotene «Update» abgelehnt. Mit dem Resultat, dass ich jetzt vieles nicht mehr tun kann, weil meine Versionen veraltet sind. Kleiner Tipp an alle Hacker: Mit «Update» kommt ihr überall durch…

Ein lustiger Spruch lautet so: «Computer sind wunderbar! Sie lösen für uns viele Probleme, die wir ohne sie gar nicht hätten!» Wie wahr! Manchmal frage ich mich wirklich, ob die Zeit, die wir dank dem Internet einsparen, nicht kleiner ist als diejenige, die wir wegen ihm immer wieder investieren müssen.

Fast an jeder Generalversammlung, egal ob AG oder Verein, steht das Thema «IT» auf der Traktandenliste. Das System muss modernisiert, angepasst, vereinheitlicht werden. Da, wo eben noch um Beträge von 20, 50 oder 100 Franken gestritten wurde, um A- oder B-Post-Briefe, werden nun 100`000 Franken budgetiert und ohne lange Diskussion angenommen. Und im Gegensatz zu jedem Schreiner oder Schlosser oder garantiert der Computer-Spezialist nicht einmal, dass er Erfolg haben wird. Er wird es einfach einmal versuchen…

Aber sonst ist so ein Computer schon eine tolle Sache! (Der Landbote)

Erstellt: 05.04.2019, 10:57 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles