Stadtverbesserer

Die Stapo geht viral, mal so und mal anders

Eine Kolumne von Martin Gmür.

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Was war das für ein Hype Mitte Juli! Die Winterthurer Stadtpolizistin Rahel Egli hatte auf der Social-Media-Plattform Tiktok ein kurzes Video veröffentlicht, in dem sie ein Schaf befreit, das unter einem Lattenzaun hindurch zu fressen versuchte und den Kopf nicht mehr zurückziehen konnte.

Das Video ging viral. So sagen und schreiben Leute von heute, wenn sich ein Video quasi virengleich im Internet weltweit verbreitet. Niemand kanns stoppen, niemand kanns lenken. Das war toll für die Stadtpolizei. Es gab zunächst 3,6 Millionen Personen, die sich das ansahen und mit Herzli quittierten. Dann gabs Zeitungsberichte, das Video ging weiter viral (wir wissen ja nun, was das bedeutet), und bald waren schon zehn Millionen infiziert. In einem der Artikel gestand die Tiktok-Polizistin, das Schaf habe leider nichts gelernt aus dem Vorfall: Es frass ein paar Tage drauf wieder unter dem Zaun durch.

Kürzlich ging wieder ein Video viral, diesmal mit einem Stadtpolizisten als Hauptakteur. Nur wäre es der Stapo wohl wohler gewesen, dem wäre nicht so. Denn das Video zeigt einen der ihren, der flucht und droht und tobt und einen Autofahrer attackiert. Pöbel-Polizist nannte ihn ein Boulevardblatt, und das ist noch nett benannt. Die Stapo hat ihren Kollegen suspendiert, die Kapo recherchiert, und der Stadtverbesserer reflektiert: Ein viral ausgelöstes Glücksgefühl und eine ernsthafte Peinlichkeit liegen nahe beisammen. Möge man, anders als das Schaf, daraus lernen.

Erstellt: 16.10.2019, 17:46 Uhr

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