Angerichtet

Ein bisschen überfordert

In der Gastro-Kolumne «Angerichtet» hat «der Landbote» die Taverne zum Schäfli unter die Lupe genommen.

Christian Kuchler hat das Gasthaus von seinen Eltern übernommen.

Christian Kuchler hat das Gasthaus von seinen Eltern übernommen. Bild: PD

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Für einmal wagen wir uns an ein 18-Punkte-Restaurant, die Taverne zum Schäfli in Wigoltingen. Von Winterthur aus ist man in zwanzig Minuten vor Ort. Die Taverne ist ein Ausflugsziel für Freunde der gehobenen Küche, hat aber ebenso Gäste aus der Region, die kommen, weil sie die Küche von Christian Kuchler schätzen. Der 33-Jährige hat das Gasthaus 2015 von seinen Eltern übernommen und ist innert kurzer Zeit zum bekannten Jungtalent aufgestiegen.

Die Gaststube ist in kleinere Räume unterteilt, hat getäferte Wände und ist sehr gemütlich. Beim ersten Gruss aus der Küche sind wir bereits etwas überfordert. Fünf kleine Happen, alle sorgfältig angerichtet und wunderbar abgeschmeckt: ein Würfel aus Schweinsmagen, ein Tonkabohnensüppchen, ein Wachtelei an Knoblauchsauce, eine Art Ratatouille mit Erbsenschaum und ein Dampfbrötchen gefüllt mit Ente. Jeder Löffel ist ein Geschmackserlebnis. Die Karte ist kurz und lässt den Nose-to-Tail-Trend erkennen, der darin besteht, möglichst alles Essbare vom Tier zu verwenden. Wir entscheiden uns für Sashimi zur Vorspeise (32 Fr.) und das Angus-Rindsfilet (72 Fr.) zum Hauptgang.

Vorher kommt noch ein zweiter Gruss aus der Küche: Jakobsmuschel-Ceviche mit Avocadoschaum, garniert mit in Stickstoff schockgefrorenen Eigelbkügelchen. Die verschiedenen Konsistenzen in diesem kleinen Gericht kreieren eine Geschmacksexplosion auf der Zunge. Auch der rohe Fisch zur Vorspeise schmeckt ausgezeichnet, das gefrorene Wasabi dazu ist leicht süss, was gut passt. Das Rindsfilet ist schön rosa und auf einem feinen Selleriepüree angerichtet, dazu eine dunkle Zwiebelsauce.

Obwohl der Bauch voll ist und die Geschmacksnerven gefordert, wollen wir wissen, ob die Taverne auch Dessert kann. Und der letzte Teller übertrumpft alles vorher Gewesene. Was auf der Karte schlicht Mango-Dessert heisst, ist ein Gemälde. Eine Rose aus fein geschnittener Mango in einem dünnen Ring aus weisser Schokolade, dazu Basilikumeis. Vor der Rechnung (etwas über 300 Franken) bringt uns der Kellner eine Box mit selbst gemachten Pralinés zum Mit-nach-Hause-Nehmen. Fazit: Wer etwas zu feiern hat und sich etwas leisten möchte, ist in der Taverne zum Schäfli richtig! (Landbote)

Erstellt: 04.02.2019, 09:15 Uhr

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