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Eine Marke mit Herz und Füdli

Winterthur hat ein neues Werbekonzept und ein neues Logo: ein ­rotes «W», gekrönt von einem Herz. Ein Werbefachmann fand es auf Anfrage des «Landboten» «wunderschön».

Für den Stadtverbesserer war es beim herzigen Logo allerdings Liebe auf den zweiten Blick. Er hatte die Ein­ladung zuerst falschherum aus dem Drucker gefischt und sich gewundert: Wofür steht dieses rote «M», aus dem unten mittig zwei runde Backen entspringen – ein Füdli? «Jetzt drängt die ­Migros also auch in die Erotikbranche», murmelte er. «Wenn Duttweiler das wüsste!»

Wofür steht dieses rote «M», aus dem unten mittig zwei runde Backen entspringen?

Je nach Blickwinkel hat Winterthur also Herz oder Hintern. Das erinnert an Pestalozzis Triade von Herz, Hand und Kopf. Die Winterthurer agieren also bisweilen etwas kopflos und mit gebundenen Händen, dafür haben sie das Herz am rechten Fleck und das nötige Sitzfleisch. Nicht unsympathisch, eigentlich.

Gelobt werden muss, dass die Marketingexperten der Versuchung widerstanden, einen Werbespruch zu formulieren. «Winterthur – en guete Bode» kratzt uns nach über 20 Jahren immer noch im Ohr. Fast so peinlich wie Zürich, das sich zur gleichen Zeit «Downtown Switzerland» nannte oder der Flughafen Kloten, der «Unique» sein wollte.

Doch auch mit Buchstaben allein kann man viel Schindluder treiben. Düsseldorf gönnte sich kürzlich ein neues Logo: Das «D» wird mit einem Doppelpunkt zum laut lachenden Smiley «:D». So klingt jede Werbebotschaft penetrant gut gelaunt.

Der Spielehersteller Mattel hat seinem Gesellschaftsspiel «Scrabble» ebenfalls einen neuen Markenauftritt verpasst. Es heisst jetzt «Buchstaben-YOLO». Kein Witz. Die Winterthurer können aufatmen. Die neue Marke heisst wenigstens nicht «Eulach-YOLO».

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