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Essen unter dem Laufkran

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Wer Industriehallen mag, fühlt sich hier sofort wohl: Der Raum ist sicher zehn Meter breit und viermal so lang, Betonboden, Backsteinwände. Unter dem Dach warten vier gelbe Laufkräne nur darauf, wieder einmal einen tonnenschweren Lokomotivmotor hochzuheben. Doch das ist längst vorbei. Statt nach Schmieröl duftet es hier jetzt nach gebratenem Fleisch, statt Werkbänke und Maschinen stehen Tische und ein paar Sofas im Raum, an einem Wandstück ist eine Bibliothek eingerichtet. Wir sind in der Markthalle 41 an der Zürcherstrasse auf der Höhe der Busstation Loki.

Zwei Food-Trucks und zwei Wellblechhütten auf der rechten Seite der Halle versprechen eine kulinarische Weltreise: Peru, Tibet, Afrika und Griechenland. Wir beginnen zuhinterst und wollen einen Souvlaki-Spiess bestellen. «Heute nur Gyros und Halloumi.» Also nehmen wir Gyros im Pitabrot, mit Feta-Käse als Zusatz (14 Fr.). Die griechische Variante eines Döners überzeugt mit kräftig gewürztem Fleisch, erfrischender Joghurtsauce, reichlich Zwiebeln und luftig weichem Teigfladen. Obendrauf gibts auch noch eine Handvoll Pommes. Einzig Feta-Stückchen zählen wir etwas wenige, schliesslich haben wir für den Käse 2 Franken extra bezahlt.

Der Kollege probiert am tibetischen Stand etwas Unbekanntes: Statt der beliebten Momos (fünf Stück für 10 Fr.) bestellt er Shapaley (zwei Exemplare für 10 Fr.), auch Teigtaschen, im Gegensatz zu den gedämpften Momos aber aus der Fritteuse. Er ist mit seiner Wahl zufrieden: schmackhafte Fleischfüllung und der Teig ein bisschen kross und doch noch weich, ganz so, wie man das mag. Dazu eine Chilisauce, die wirklich scharf ist.

Was der Markthalle 41 fehlt, sind Gäste. Am letzten Freitag zählten wir rund zwanzig Personen in der Mittagspause. Wir rätseln über die Gründe. Vielleicht wäre mehr Werbung nötig, der Eingang an der Zürcherstrasse ist etwas versteckt. Zudem ist die Lage an dieser Ecke des Sulzer-Areals nicht ideal; näher beim Lagerplatz käme sicher mehr Kundschaft. Das einzig Ungemütliche ist derzeit die Temperatur: Die Halle ist nur minim geheizt, wir lassen Windjacke und Schal während des ganzen Essens an. Und kommen wieder, wenn endlich Frühling ist.

Erstellt: 18.03.2019, 11:04 Uhr

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Zürcherstrasse 41, Winterthur. An Werktagen von 11 bis 14 Uhr, am Wochenende auch abends.

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