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Farners Gastspiel: Die Abwesenden

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Wer am Mittwoch der Einladung des Weinländer FDP-Kantonsrats Martin Farner ins Technorama gefolgt war, musste sich wundern. Zwar hatte sich mit Peter Rütimann der Präsident der Bezirkspartei eingefunden. Und mit Alt-Nationalrat Markus Hutter hielt ein bekannter Liberaler die Laudatio.

Auffallend waren aber vor allem die Abwesenheiten an diesem Wahlkampf-Kick-off: Barbara Günthard und Urs Hofer – Farners engste Konkurrenten um einen Sitz im Nationalrat – fehlten. Ebenso Dieter Kläy, der Präsident der Stadtpartei, und die Winterthurer Gemeinderatsfraktion. Gefüllt war das Auditorium dennoch gut, mit Mitgliedern des Hauseigentümerverbands – und mit Gästen: Franco Albanese (SVP), Matthias Baumberger (CVP) und Neo-Nationalrätin Therese Schläpfer (SVP).

Befürworten Sie die Lenkungsabgabe?
Die kommt bestimmt.

Gab es da etwa Zoff in der FDP? Farner winkt ab. Alle Genannten habe er eingeladen, alle mussten woanders hin. Die Agenda, sie ist übervoll in diesen Wahlkampftagen. Einige gemeinsame Anlässe würden sie aber alle noch bestreiten. Erst gerade habe er eine Sitzung mit Barbara Günthard gehabt.

Die Winterthurer Polizeivorsteherin hatte vor vier Jahren einen besseren Startplatz, wurde aber von Farner überholt. Gereicht hat es beiden nicht nach Bern. Auch weil im Kreis der Zürcher FDP-Vertreter keine Rücktrittsfreude aufkam. Diesmal startet Farner auf Platz 6, vor Günthard, hinter den Bisherigen. Er sagt: Zuallererst gehe es um die Listenstimmen, dann um Personen.

Das ist diplomatisch ausgedrückt. Der Agrarunternehmer will in den Nationalrat, um jeden Preis. Plakate und Give-aways, eine Roadshow als Regierungsratskandidat, Allianzen. Farner, der den lokalen Hauseigentümerverband präsidiert, hat alles von langer Hand vorbereitet. «Farner greift durch» lautet sein Slogan.

Bekannt ist der frühere Oberstammheimer Gemeindepräsident eher als jemand, der sich ungern festlegt. Beispiel Gretafrage: Gibt es eine Lenkungsabgabe, die er befürworten würde? Eine Abgabe auf Flugtreibstoffe werde kommen, sagt Farner. Aber befürwortet er sie? Die komme bestimmt.

Am selben Abend trat noch Beat Walti, Fraktionspräsident der FDP im Nationalrat, auf, ein smarter, wortgewandter Liberaler, dessen freihändiges Referat die Rede Farners umso hemdsärmeliger erscheinen liess. «Sie können mich auch ohne Facebook liken», sagte Walti etwa. «Schreiben Sie mich einfach auf den Wahlzettel.» Hinter sich Plakat an Plakat: Farner und Ständerat Ruedi Noser im Wechsel. Ein Farner-Riegel.

Erstellt: 22.08.2019, 18:04 Uhr

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