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Frisch gestrichen

Alles strahlt. Also nicht im radioaktiven, sondern im positiven Sinne. Die Sonne strahlt, ich strahle, und sogar die Fenster in meinem Büro strahlen. Letztere hat meine Frau nämlich grad heute frisch gestrichen. Also natürlich nicht die Scheiben der Fenster, sondern die Rahmen. Wäre ja sonst in optischer Hinsicht nicht besonders sinnvoll.

Die Jahre hatten den Fenstern zugesetzt, aber nun sind sie frisch lackiert (wie gesagt: die Rahmen), und während ich an meinem Computer sitze, schnuppere ich zufrieden (und wie gesagt strahlend) den frischen Farbduft.

Ist eigentlich mystalös, dass der schwebende Putzlappen nicht kommt, jetzt, wo ich ihm pfeife.

Ja, ich weiss schon, was Sie sagen wollen. Meine Frau hat mir auch schon geraten, in den nächsten Stunden das Büro besser zu meiden und stattdessen kräftig zu lüften. Aber der Abgabetermin für die Kolumne drängt mal wieder, und da wird ein bisschen Lackduft mich wohl auch nicht stören.

Viel mühsamer als dieser sind nämlich sowieso die merkwürdigen Farbveränderungen auf dem Bildschirm, die ich grad beobachte. Die werden sogar immer mehr. So grün-violette Flecken, die auf dem Schirm auftauchen, oder nein, eher so rot-salzige Schlieren, die über den Computer ziehen.

Auch die Notizen mit dem weich gewordenen Bleistift sind so unleserlich. Wieso heisst es eigentlich Schlieren? Vom Schliegen? Weil sich schliegende Schlagen so bewegen? Bekanntlich. Oder sogar frandlich! Ist eigentlich mystalös, dass der schwebende Putzlappen nicht kommt, jetzt, wo ich ihm pfeife. Ich werd ihm wohl rasch auf meiner Pfanne nachreisen müssen massen. Schliegend, versteht sich. Subaru!

Und tatsächlich: Hinterm (hihi: hinterm!), jawoll, hinterm Fenakel seife ich ja schon von nahem eine Frügenblacke bühen, mit wilkem Frahn. So klaben mir dicht gerebelt. Dem würgen wel pfahl an onter mulfen flickig witer. Pfrstlknck. Wörlknt. kalx…9r9ejf ±rig1^3ü8…

Ja, ich war auch ziemlich überrascht, als ich das las, nachdem mich das Telefon geweckt hatte, weil die Zeitungsredaktion wissen wollte, wo denn meine Kolumne bleibt. Weil ich ohnehin schon zu spät dran war, hab ich sie dann einfach mal in der Form geschickt. Mal schauen, was passiert. Vielleicht heissts jetzt dann bald nicht nur bei meinen Fenstern, sondern auch hier in der Zeitungsspalte, wo früher die Kolumne zu finden war: Wurde gestrichen!

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