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Für mehr Guggen-Gospel in der Kirche

Haben Sie am Mittwoch die Reportage über die von Schimmel befreiten Orgelpfeifen gelesen? Selbst wenn Sie Kirchenorgeln überhaupt nicht mögen, lohnt sich die Lektüre. Sie ist äusserst inspirierend.

Der Bericht beschreibt, wie in der Kirche Schlatt 800 Orgelpfeifen nach ihrer «Entschimmelung» von einer Fachfrau und einem Experten wieder eingesetzt und in die richtige Klangfarbe gebracht werden.

«Sie schnädderet so» oder «eine Mischung aus Dudelsack und Autohupe»

Der Orgelbauer klettert in die Orgel und stellt sie ein, während seine Mitarbeiterin aussen von Hand das Gebläse betätigt, weil das Pedal momentan ausgebaut ist: «Sie schnädderet so», beschreibt die Mitarbeiterin ihrem Chef das Pfeifen, während die Autorin der Reportage die Orgeltöne eher wie «eine Mischung aus Dudelsack und Autohupe» empfindet.

Jetzt stelle man sich die Kirchgemeinde im Gottesdienst vor. Wie die Frauen und Männer ihr Gesangsbuch zur Hand nehmen und andächtig auf den ersten Orgelton warten. Plötzlich tuten von der Empore schottische Dudelsäcke mit Signalhörnern um die Wette. Ein wahrer Guggen-Gospel.

Kirchen, öffnet euch!

Der Leadsängerin des Chors bleibt nur übrig, so zu tun, als ob das normal wäre. Sie steht auf, klatscht in die Hände. Der Orgelspieler versteht und stimmt «Oh Happy Day» an. Die Kirchgängerinnen und Kirchgänger schauen sich erstaunt an. Dann stimmen sie ein und wippen alle rhythmisch in den Sitzreihen mit.

Keine Netflix-Serie könnte die Fantasie je so anregen wie diese Reportage. Und frau hat erst noch etwas dabei gelernt: Hätten Sie gewusst, dass die Malereien an der Kirchendecke am Schimmel schuld waren und die Kirche mehr Lüftung braucht? Der Schluss liegt nah: Kirchen, öffnet euch!

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