Zum Hauptinhalt springen

Häusliche Grenzen der Demokratie

Der Stadtverbesserer widmet sich den Tücken der Demokratie und der Angst des Machtverlusts.

Die Stadt Zürich startet einen neuen Versuch, das Stimmrecht für Ausländer auf Gemeindeebene zu lancieren. Der Winterthurer Stapi findet das nicht gut und wird für diese Meinung kritisiert. Eine Gelegenheit, über die Demokratie und ihre Grenzen nachzudenken. Denn selbst den aufgeschlossensten Musterdemokraten fallen bestimmt Lebensbereiche ein, wo mehr demokratische Mitbestimmung recht unangenehm wäre. Nämlich genau dort, wo man fürchtet, überstimmt zu werden.

Zum Beispiel am Familientisch. Ohne eigene Kinder scheint dem Schreibenden die Familienkonferenz eine herrliche Idee. Doch ihm schwant, die Realität ist dorniger. Was, wenn der pubertierende Nachwuchs, bewegt vom Klima, sich plötzlich gegen die geplanten Familienferien am Strand stellt? Und sind die Erwachsenen sich nicht einig, kann schon ein einziges Kind einen Stichentscheid zu den eigenen Ungunsten bedeuten.

Hätte ich tatsächlich Kinder, würde ich ihnen wohl eher kein Stimmrecht geben.

Wie attraktivscheinen plötzlich autoritäre Herrschaftsformen! Oder als Zwischenlösung vielleicht das gute alte Zensuswahlrecht: Es gibt zwar eine Demokratie, aber nach Einkommensklasse abgestuft. Oder anders gesagt, wer zahlt, befiehlt.

Insofern: Hätte ich tatsächlich Kinder, würde ich ihnen wohl eher kein Stimmrecht geben. Sondern vielmehr betonen, dass Mitbestimmung durch das Erreichen des Erwachsenenalters und eines eigenen Einkommens so süss schmecken wird, dass ich sie auf keinen Fall vorzeitig um diese Erfahrung betrügen möchte.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch