Angerichtet

Hier stimmt ­fast alles

In dieser Ausgabe der Gastro-Kulumne «Angerichtet» hat der «Landbote» das Gasthaus Schlosshalde unter die Lupe genommen. Das Resultat: Es gibt kaum etwas zu meckern.

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Es gibt ein Restaurant, von dem sind alle begeistert. Ob man Freunde fragt, sich durch Reviews im Internet klickt oder alte «Landbote»-Kolumnen liest – stets nur Judihui.

Über das rustikale Gasthaus und die Speisen, die unter der Mörsburg serviert werden, lässt sich tatsächlich nichts Negatives sagen. Das hervorragende Essen in der Schlosshalde bewegt sich zwischen währschaft und raffiniert, es ist aromatisch und wunderbar farbig auf dem Teller. Die Menükarte ist kurz: Fünf Hauptgerichte gibt es, das Gemüse ist in drei Fällen dasselbe, und der Dreigänger kombiniert Speisen der Hauptkarte. Hübsch ist die Aussicht, gegen Stadel und Oberi schweift der Blick, wenn auch ebenfalls zu Autobahn und Bau­schutt­deponie. Sehr ruhig ist es, wer hier isst, ist ein Geniesser, einer, der Zeit hat, sitzen bleibt.

Solche Geniesser gibt es nicht wenige: An diesem schönen Mittwoch wäre es ohne Reser­vation nicht gegangen. Die alten Gemäuer und der getäferte Saal sind reizvoll, doch bei solchem Wetter setzt man sich gerne auf die 50-plätzige Terrasse.

Seit der Neueröffnung vor sechs Jahren blieb das Konzept gleich, Lebensmittel von Bauern aus der Region zu verarbeiten, sagt Betriebsleiter Mathias Wehrli, der gemeinsam mit motivierten Jugendlichen aus einem Integrationsprojekt serviert. Am besten schmeckt uns nebst dem Dessert, einem Beeren-Nuss-Küchlein mit Sauerrahmglace (6.50 Franken), sowie dem Vorspeisenteller mit Hasenrücken, Olivenstrudel und Gurken-Feta-Salat (17.50) das Gemüse. Umgehend verschwinden die knackigen Spinatblätter mit Karotten und Lauch vom Teller, das Fleisch wird zur Bei­lage (Wollschwein aus dem Grundhof und gegrilltes Töss­taler Güggeli, 45.–/33.–). Die Begleiterin fragt noch, warum bei all dem Lokalkolorit die Gerichte «Ein Hauch Karibik» oder «Gurken in Athen» ­heissen, tupft sich aber schwelgend den Mund ab.

Die alten Gemäuer und der getäferte Saal sind reizvoll, doch bei solchem Wetter setzt man sich gerne auf die 50-plätzige Terrasse.Source

Wenn es hier etwas zu mäkeln gibt, dann nicht an alledem, sondern am Drumherum. Der Ort ist bekanntlich vom ÖV abgeschnitten, wer nicht sein Auto auf dem grossen Parkplatz abstellt, lässt sich mit dem Taxi chauffieren. Wir spazieren von Reutlingen durch das verträumte Stadel zur Burg empor, wo wir am Brunnen unsere Wasserflaschen auffüllen, doch mag solches bei 30 Grad nicht jedermanns Sache sein.

Etwas schade ist auch, dass – die Burg schliesst um 17 Uhr, die Küche öffnet um 18 Uhr – der Restaurantbesuch sich nicht mit einer Schlossbesichtigung verbinden lässt. Wir hätten freitags kommen können, lassen wir uns sagen, wo zuoberst in der ­Herrenstube Weine gereicht werden. (Landbote)

Erstellt: 30.07.2018, 09:15 Uhr

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