Angerichtet

Italienisch für Anfänger

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Wie eine riesenhafte Hecke ragt die Baumreihe in den Himmel und rahmt die Terrasse des Restaurants Bruderhaus in der zweiten Reihe ein. In der ersten tut ebendies ein kleiner, beschaulicher Lattenzaun, als wären die Gäste selbst Teil des Wildparks – so wie Bison, Luchs und Przewalski-Pferd.

Wir sind auf Betriebsausflug und haben einen spektakulären Abend erwischt: Nach dem ersten warmen Nachmittag in einem bitterkalten Mai tobt sich noch die Sonne aus, während aus der Ferne der Donner grollt und wir durch die Speisekarte blättern. Ein dickes Buch ist es unter dem neuen Pächter Blerim Bajraktari geworden.

Bler, wie Bajraktari genannt wird, ist nicht Wirt, sondern unterdessen ein Gastrounternehmer, mit fast einem halben Dutzend Restaurants, darunter die Villa Duchessa an der Stadthausstrasse.

Das Konzept ist dabei immer mehr oder weniger dasselbe. Italienische Standards wie Pizza und Pasta werden mit viel Gastfreundschaft kombiniert, der Fokus liegt auf den Familien. So ist Bler auch die Aufgabe im Bruderhaus angegangen, hat die Karte aber um ein paar hiesige Klassiker erweitert.

Bestellrunde: Jemand in der Runde möchte «eis ohni» ­– gemeint ein Wasser ohne Kohlensäure. Die Bedienung frag mit leichtem Akzent: «Heissi Ovi?» Das Missverständnis klärt sich auf, alle lachen, auch die Kellnerin, die bald darauf anbietet, von der heiteren Truppe Fotos zu schiessen. Schliesslich stehen Bier und Rotwein auf dem Tisch. Ein Pinot noir ist es, aus der Region. Und wie er so dasteht, verdunkelt sich der Himmel. Wir müssen zügeln.

Drinnen wird frisch für uns aufgetischt. Das Lokal hat einen rustikalen Charakter, mit dem Steinboden, den dunklen Balken und den auf die Wände gemalten Wildtierporträts. Das Essen kommt: Pizza und Pasta (alles zwischen 18 und 23 Franken) verschwinden unkommentiert von den Tellern. Ebenso später die Desserts.Alles haben wir schon besser gegessen – und schon schlechter.

Das Bruderhaus betreibt eine typische Ausflugsgastronomie: solide und ohne besondere Ansprüche. Italienisch für Anfänger. Mehr Wert wird auf die Stimmung gelegt: Für alle gibt es einen Espresso und einen Grappa aufs Haus. Guten Mutes treten wir den Heimweg an, laufen in die Regenwand.

Restaurant Bruderhaus, Bruderhausstrasse 1, Tel. 052 232 75 13, www.restaurant-bruderhaus.ch.

Erstellt: 20.05.2019, 15:58 Uhr

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