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Weisser Rauch über dem Tal – Habemus Saccharum!

Markus Brupbacher

Schwer beladen schnauben Traktoren mit ihren Anhängern die Thurtalstrasse hoch, ihr Ziel: Die weisse Dampfwolke, die kurz vor Frauenfeld wie eine Zuckerwatte über dem Tal hängt. Auch über die Weihnachtstage und noch einige Tage nach Neujahr beliefern Bauern der Region die Frauenfelder Zuckerfabrik mit den süssen Rüben. Damit auch 2020 Guetsli gebacken werden können – würde es jetzt wohl in einem Werbespot der Schweizer Zucker AG heissen.

Die Zuckerkarawane Richtung Frauenfeld lässt sich auf einer Wanderung von Andelfingen nach Gütighausen erleben. Etwa im Zehn-Minuten-Abstand fährt ein beladener Traktor das Tal hoch, und ein leerer rollt wieder zurück. Als ob dort oben bei der weissen Wolke einem gefrässigen Riesen, einem Koloss unablässig Rüben in den Rachen geschmissen werden müssten, um seinen Hunger, ja seine Unterzuckerung zu stillen.

Die Fahrten für den Zucker (lat. saccharum) das Tal hoch und runter bleiben nicht ohne Spuren. Kurz vor Weihnachten lag just vor dem Andelfinger Polizeiposten eine fette Zuckerrübe am Boden. Ein himmlisches Geschenk, ein süsser Gruss für die Beamten? Schnell wurde klar, was die Rübe aus dem Anhänger geworfen hat: eine Bodenschwelle, die den Verkehr beim Andelfinger Marktplatz beruhigen soll. Mit zu viel Schwung über die Schwelle, und schwupp! Ob die Polizei die Rübe zu Donuts verarbeitet hat, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.

Dabei dienen die Zuckertraktoren selber der Verkehrsberuhigung. Sie nehmen Tempo aus der hektischen Vorweihnachts- und Endjahreszeit, erziehen die Autofahrer hinter sich zu demütiger Langsamkeit – die alljährliche Karawane zur Zuckerfabrik als stille Einkehr.

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