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Kraft aus Insel und Essen

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Der Esoterik kann ich nicht viel abgewinnen. Und dennoch sag ich’s immer wieder: Die Klosterinsel in Rheinau ist ein Kraftort. Wer sie betritt, kommt zur Ruhe und kann geniessen. Neu kann man an diesem Ort auch kulinarisch Kraft tanken. Wir tun das an einem Freitagabend während der Fussballweltmeisterschaft.

Das Weinland scheint wie ausgestorben. Die Menschen sitzen vor dem Fernseher. Auch im Restaurant Klostergarten ist wenig los. Der grüne Fluss leuchtet in der Abendsonne, wir werden herzlich empfangen. Auch mit einjährigen Zwillingen im Schlepptau, was nicht immer so viel Begeisterung auslöst wie hier.

Die Klosterinsel in Rheinau ist ein Kraftort.

Den Apéro geniessen wir auf der Terrasse, dann wird’s kühl. Kein Problem für den herzlichen Wirt. Wir dürfen rein in die moderne, gemütliche Gaststube. Die Kinder bekommen Ghackets mit Hörnli und Apfelmus (9.50 Franken), die sie sofort vertilgen. Sehr fein! Wir starten derweil mit einem Schüttelsalat Klostergarten (9.50) und einer Wyländer Rieslingschaumsuppe (11).

Der Mischsalat mit Kernen und hausgemachtem Dressing kommt im Weckglas daher und wird am Tisch kräftig geschüttelt. So verteilt sich die Sosse über alle Blätter. Sehr frisch und schmackhaft. Die Rieslingschaumsuppe ist endlich mal nicht so dickflüssig wie vielerorts sondern cremig fein. Die Einlage aus frischen Trauben gibt eine fruchtig süsse Note.

Der Pfiff fehlt irgendwie. Alles Standard, für konservative Esser ein Paradies.

Zur Hauptspeise entscheiden wir uns für ein Kalbs-Cordonbleu mit Pommes und Gemüse (42) und Schweinsfiletmedaillons an Pommery- Senf-Sosse mit Nudeln und Gemüse (35). Alle Zutaten sind von ausgezeichneter Qualität und Frische, vor allem das Fleisch. Die Filetmedaillons sind butterzart und perfekt gegart. Das Cordonbleu aussen knusprig, mit cremig fliessendem Käse. Aber der Pfiff fehlt irgendwie, auch bei der gesamten Speisekarte. Alles Standard, für konservative Esser ein Paradies. Wer es etwas kreativer mag, wird hier nicht unbedingt fündig.

Fürs Dessert lassen wir noch Platz und entscheiden uns für ein zauberhaftes Panna Cotta, das von frischem Erdbeerkompott gekrönt wird (8) und einen lauwarmen Schoggikuchen mit flüssigem Kern und Joghurtglacé (12). Ein Traum! Man kann es nicht anders sagen. Also wer mal wieder die Batterien laden will, findet im Klostergarten neue Energie – Kraft aus Insel und Essen.

Erstellt: 24.06.2018, 17:10 Uhr

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