Landluft

Mehr Verkehr auf die Strassen!

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Wie viele Geschichten ich in meiner Karriere über Tempo 30 und andere Verkehrsthemen geschrieben habe, weiss ich nicht. Gefühlt sind es tausend.

Im Archiv dieser Zeitung ist das Ganze besser zählbar: Innert eines Jahres waren es 835 Texte, die unter dem Stichwort «Verkehr» im Landboten erschienen sind, und immerhin 95 unter «Tempo-30».

Auch an dieser Stelle habe ich bereits Verkehrsthemen beschrieben. Und ich tue es schon wieder. Denn unsere Zeitung ist voll von Autos, Kreiseln, Parkplätzen, Tempo-30-Zonen, Stau und Rasern.

Fakt ist, dass beim Thema Verkehr wohl mehr Emotionen denn Fahrzeuge bewegt werden.

Die Probleme, ich kenne sie alle und auch die Argumente. Sie sind überall in etwa gleich. Jeder will alles. Freie Fahrt, aber nur für sich selbst. Keine Hindernisse, ausser für die anderen. Weniger Verkehr, ausser man fährt grad die eigenen Kinder zur Schule. Tempo 30 für alle, ausser man ist gerade selbst in Eile und den Fussgängerstreifen möchte man haben, damit man darüber laufen könnte, wenn man denn wollte.

Verkehr bewegt. Per Definition im Duden Personen, Sachen oder Fahrzeuge «auf dafür vorgesehenen Wegen». Von den Gemütern findet man im Duden nichts. Fakt ist aber, dass bei diesem Thema wohl mehr Emotionen denn Fahrzeuge bewegt werden.

Vielleicht würde es nützen, wenn wir uns mehr der weiteren Definition von Verkehr im Wörterbuch zuwenden. Gleich an zweiter Stelle heisst es: «Gesellschaftlicher Verkehr zwischen Personen, der in privatem, geselligem Umgang miteinander besteht.»

Vielleicht würden dann weniger Räder rollen, vielleicht würde man die Kinder freiwillig über die Strasse lassen, auch ohne Zebrastreifen. Und vielleicht gäbe es dann mehr Verkehr. Mehr geselligen Umgang nämlich, auch wenn die Strassen dafür eigentlich nicht vorgesehen sind.

Erstellt: 24.10.2019, 15:06 Uhr

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