Stadtverbesserer

Mein Patenkind, der Wimpelfisch

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Tiere sind immer wieder Anlass für philosophische Betrachtungen aller Art. Darf man eine Blindschleiche als falsche Schlange beschimpfen? Oder einen Rüden als Hundesohn? Warum ist der Hunde­kuchen für den Hund, aber das Rindstatar nicht fürs Rind, sondern für mich? Und wenn man Tiere auswildern kann, geht das auch mit Menschen? Und falls ja, welchem Lebensabschnitt würde das entsprechen? (Persönliche Vermutung: dem Studium.)

Spannend ist es, zu sehen, mit welchen Tieren sich die Menschen in Verbindung bringen. Das kann man sich vor Augen führen, wenn man die Liste der Tierpatenschaften des Zoos ­Zürich durchblättert. Für 5000 Franken kann man Gotte oder Götti eines Amurtigers werden. Unglamourösere Tiere gibt es viel billiger, insbesondere die ­Fische. «Mein Patentier ist die Bodengucker-Makrele», flüstert der Introvertierte. «Meins der Indische Gelbklingen-Nasendoktor», sagt der Schönheitschirurg. «Meins der knurrende Gurami», bellt der Türsteher. Sie alle kommen mit 150 bis 200 Franken günstig davon. Mit 100 Stutz ein richtiges Schnäppchen ist der Ibis. Parallelen zu real existierenden Hotels sind zufällig. «Sehr einfaches Nest», heisst es in der Beschreibung.

Auch im Wildpark Bruderhaus wären noch ein paar Patentiere zu haben, zwar kein Bär, aber zum Beispiel die niedlichen Luchse Pep und Quinn sowie vier Przewalski-Stuten. Bär hin oder her, das Patenkind, mit dem sich der Stadtverbesserer am meisten identifizieren könnte, gibt es leider nur in Zürich, wo man auch Pflanzen sponsern kann: Coffea arabica, der ­Kaffeebaum. (Landbote)

Erstellt: 28.06.2018, 10:57 Uhr

Der Stadtverbesserer – eine Kolumne des Landboten.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!