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Mit Verkehr ist zu rechnen

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Jüngst kam eine Umfrage zur Stimmung im Stadtzürcher Strassenverkehr zu Resultaten, die zwar inhaltlich nicht überraschend, dafür aber mathematisch komplex sind.

So sagen nämlich 65 Prozent der Befragten, sie würden auf dem Zürcher Asphalt miese Stimmung erleben. 75 Prozent der Befragten finden indes, dass sie selber mit ihrem Verhalten im Verkehr ausschliesslich für gute Stimmung sorgen würden. Das klingt vertrackt, bedeutet aber wohl, dass die verbleibenden 25 Prozent für die schlechte Stimmung von 65 Prozent verantwortlich sind.

Ich bin ziemlich sicher, dass diese Umfrage an der nächsten Gymiprüfung Mathematikaufgaben inspirieren wird.

Interessant zu wissen wäre nun freilich, wie gross die Schnittmenge ist zwischen denen, die selber für gute Stimmung sorgen und auch selber guter Stimmung sind, bzw. zwischen denen, die selber nicht für gute Stimmung sorgen, selber aber trotzdem guter Stimmung sind, sowie die Schnittmenge zwischen denen, die selber nicht für gute Stimmung sorgen und auch selber nicht guter Stimmung sind, und schliesslich zwischen denen, die für gute Stimmung sorgen und trotzdem nicht guter Stimmung sind.

Unberücksichtigt bleibt dabei freilich die (wahrscheinlich ziemlich hohe) Dunkelziffer jener, die zwar meinen, für gute Stimmung zu sorgen, tatsächlich aber für schlechte Stimmung sorgen, wie auch die (wahrscheinlich ziemlich kleine) Dunkelziffer jener, die meinen, sie verbreiten schlechte Stimmung, in Wahrheit aber für gute Stimmung sorgen.

Wie dem auch sei. Ich bin jedenfalls ziemlich sicher, dass an der nächsten Gymiprüfung im Kanton Zürich diese Umfrage Mathematikaufgaben inspirieren wird. Zum Beispiel folgende:

  • 1) Wenn ein unzufriedener Fussgänger und zwei zufriedene Velofahrer bei einem unzufriedenen Autofahrer zusteigen und sich damit dessen Zufriedenheit um 2 Prozent erhöht, wie hoch ist dann die Gesamtzufriedenheit im Auto, wenn 45 Velofahrer und 12 Fussgänger zusteigen?
  • 2) Wie wirken sich die von den bei unzufriedenen Autofahrern zusteigenden Velofahrern auf der Strasse zurückgelassenen Fahrräder prozentual auf die Zufriedenheit der nicht zugestiegenen Fussgänger aus?
  • 3) Wenn sich SUV-Benzinverbrauch und Zufriedenheit der Velofahrer umgekehrt proportional verhalten, in welchem Verhältnis stehen dann Dezibellautstärke bei fluchenden Fussgängern und durchschnittlicher Gummiabrieb bei Velobremsen? Wer alle Fragen richtig beantwortet, bekommt ein TCS-Käppi und eine Gutschrift auf die nächste Physiotherapiesitzung.

Erstellt: 13.11.2019, 11:54 Uhr

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