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Netflix and Chill bei Menschenaffen

Die beste Nachricht der Woche versteckte sich auf der Wissens-Seite: «Fernsehen macht Affen sozialer». Forscher haben festgestellt, dass zwei Zoo-Schimpansen, die gemeinsam Videos anschauen, danach stärker die gegenseitige Nähe suchten als Affenpaare, die nicht fernsahen.

Glotzen verbindet.

Bisher war die Forschung davon ausgegangen, dass nur aktives Verhalten wie gemeinsames Jagen oder gegenseitiges Lausen eine soziale Bindung erzeugt.

Glotzen verbindet. Das wussten eigentlich schon längst alle, die ins Public Viewing gingen oder die Freundinnen zum «Bachelor»-Gucken einluden. Wie trübselig dagegen einsames Glotzen ist, erlebte der Stadtverbesserer am Sonntag.

Er schaltete den Wimbledon-Final ein, biss sich über fünf Stunden lang die Fingernägel blutig und wusste am Ende gar nicht wohin mit seinem einsamen Frust. Jetzt ein Trostbier oder drei in guter Gesellschaft hätten die Niederlage merklich versüsst.

Doch wie können wir aufrechten Affen in Winterthur von der wissenschaftlichen Erkenntnis profitieren? Es gibt heuer keine Fussball-WM oder -EM mit Public Viewings mehr, und Open-Air-Kinos scheinen ausser Mode geraten zu sein. Es bleibt die Hoffnung auf verregnete Sommerabende.

«Netflix and chill», «Serien gucken und abhängen» ist seit Jahren eine stereotype Flirt-Formel, um die umworbene Person in die heimische Bude zu locken. Der Subtext ist klar: Ich werde mich ankuscheln. Dank der Schimpansen wissen wir nun, das ist ganz natürlich.

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