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Nie Ferien, oder doch?

Seit ich diese Kolumne schreibe – und das sind ja jetzt doch schon an die zwanzig Jahre –, ist sie nie ausgefallen, hat nie gestreikt, hat nie gesagt: «Ich bin dann mal weg», sondern kam immer brav raus, Woche für Woche.

Es sei denn, dass grad ein Feiertag auf den Veröffentlichungstermin fiel und die Zeitung deswegen gar nicht erst erschien. Und einmal, ja, einmal da gabs ein Missverständnis auf der Redaktion, und eine bereits gelieferte Kolumne wurde einfach vergessen. Aber das sah dann nur in der Zeitung so aus, als würde ich pausieren.

Nein, ich darf mit Stolz sagen: Ferien hat Lomo nie gemacht. Wobei das natürlich nun auch nicht so ganz stimmt. Denn selbstverständlich bin ich selber schon hin und wieder weg gewesen. Mag ja sein, dass Kolumnen keine Erholungszeit brauchen, Kolumnisten hingegen brauchen diese sehr wohl.

Wer von uns weiss heute schon, auf was für Ideen zum Beispiel Andreas Glarner morgen schon kommen könnte?

Und so schrieb ich dann halt manchmal der, die, das Lomo (welcher der passende Artikel ist, weiss ich bis heute nicht) aus der Ferne. Oder ich habe – was noch angenehmer ist – die Kolumne einfach schon vor dem Urlaub geschrieben und sie bei der Redaktion hinterlegt. Das ist auch bei dem Text, den Sie jetzt grad lesen, der Fall.

Aber die Technik der Vorproduktion hat ihre Tücken: Man darf dann nämlich über nichts schreiben, was sich in der Zwischenzeit zwischen Verfassen und Veröffentlichung noch ändern könnte.

Politische Kommentare fallen also schon mal weg, denn wer von uns weiss heute schon, auf was für Ideen zum Beispiel Andreas Glarner morgen schon kommen könnte? Vielleicht nicht mal er selber. Auch das Wetter ist allzu unberechenbar für vorproduzierte Witze. Und selbst die bizarrsten Ideen können unversehens Wirklichkeit werden.

Man stelle sich nur vor, ich wäre eine Woche früher in die Ferien gefahren, zum Beispiel an den Hallwilersee (wo ich übrigens früher viel gebadet hab), und hätte mir im Vorfeld eine betont absurde Story über ein Krokodil ausgedacht. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, heisst es. Doch wer zu früh darüber schreibt, der kann auch ganz schön alt aussehen.

Darum also gescheiter auf der sicheren Seite bleiben und nur über das schreiben, wovon man mit absolut bombenfester Sicherheit weiss, dass es auch in einer Woche noch gilt. Aber was ist das schon? Na ja, vielleicht das: Ich hab kein Brustwarzenpiercing. Wobei …

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