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Prüfung für Jung und Alt

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Gestern fanden im ganzen Kanton die Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium statt. Endlich. Denn die allgemeine Nervosität in den Tagen davor war ja kaum mehr auszuhalten. Indes lagen weniger bei den Kindern als vielmehr bei den Erwachsenen die Nerven blank.

So waren beispielsweise gleich mehrere Zeitungen, als sie bei ihren Berichten zur bevorstehenden Prüfung auch noch ein paar Matheaufgaben vom Vorjahr mit abdruckten, derart aufgeregt, dass sie eine der Fragen kurzerhand falsch abschrieben.

Da soll man sich noch wundern, wenn Kinder Konzentrationsschwierigkeiten haben.

Dadurch wurde das Rätsel um Mini-Sandwichs, die an Festgäste zu verteilen waren, kurzerhand unlösbar und entsprechend frustrierend. Das war umso absurder, als es sich bei der besagten Aufgabe ja um eine der angeblich leichteren handeln sollte. Der Abschreibfehler ist übrigens leider auch der Zeitung unterlaufen. Note: ungenügend.

Doch nicht nur auf den Zeitungsredaktionen, sondern vor allem bei den Eltern der zukünftigen Gymischüler und -schülerinnen scheint die Prüfungsaufregung grassiert zu haben. So berichteten mir Freunde beziehungsweise berichtete mir deren zur Prüfung angetretener Sohn, wie ganze Heerscharen von Erziehungsberechtigten, die ihren Nachwuchs zum Prüfungstermin brachten, stracks in die oberen Etagen zu den Prüfungszimmern strömten – allesamt an einem Schild vorbei, auf dem ausdrücklich stand, die Eltern sollen doch bitte im Erdgeschoss bleiben. Das ist ziemlich ironisch, wenn man bedenkt, dass in der Deutschprüfung eine der Aufgaben ja das Leseverständnis betrifft.

Die Eltern, die ihrem Nachwuchs zwar die Kantonsschule, nicht aber die Fähigkeit zutrauen, das Prüfungszimmer selbst zu finden, scheiterten also selber schon an der simpelsten Leseaufgabe. Um dann allerdings doch noch etwas die eigenen Sprachfähigkeiten zu trainieren, haben sich viele Eltern nach Prüfungsbeginn auf den Schulhof gestellt, um zusammen zu tratschen, natürlich so laut, dass auch der Sohn der Bekannten noch jedes Wort mitbekam.

Da soll man sich noch wundern, wenn Kinder Konzentrationsschwierigkeiten haben. Bleibt also zu hoffen, dass die Jungen besonnener zur Prüfung gingen als ihre Alten und dass sie sich damit trösteten, dass dann später am Gymi die Eltern zum Glück nicht mehr jeden Tag mitkommen und sich blamieren.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.03.2019, 12:20 Uhr

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