Kolumne

Smiley, weise uns den Weg

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Der TV Wiesendangen hatte eine filmreife Idee. Gesehen in der Abendunterhaltung. Die Turnerinnen und Turner führten uns ein verzwicktes Thema pfiffig vor Augen: Zwei Männer stehen vor dem Himmelstor. Und weil sie im Leben nicht viel geleistet haben, schickt sie Gott nochmals für 125 Jahre auf die Erde. Dort sollen sie Sinnvolles tun – zum Beispiel den Turnverein Wiesendangen gründen.

Vielleicht hatten ja auch die Dättlikerinnen und Dättliker vor Urzeiten ein ähnliches Erlebnis am Himmelstor. Denn sie verhalten sich meist sinnvoll. Sie fahren beispielsweise langsam durch ihr Tempo-30-Dorf. Dafür lacht ihnen in diesen Tagen ein grünes Smiley entgegen.

Smileys sind gut. Könnten sie uns im Alltag als Messgerät dienen?

Das kommt vom Geschwindigkeitsmessgerät, das die Gemeinde präventiv aufgestellt hat. Rote Lätsch-Smileys sieht man in Dättlikon nur selten. Smileys sind gut. Das wissen wir, seit wir sie benutzen, um unsere Gefühle auszudrücken. Aber könnten sie uns nicht auch im Alltag als Messgerät dienen? Als Anzeige, was sinnvoll und was verzichtbar oder gar Blödsinn ist?

Das sähe zum Beispiel so aus: Wir kaufen ein Glas Nutella. Und schon blitzt das Kassendisplay dunkelrot auf: «Achtung Palmöl!» Wir laufen bei Rot über die Strasse. Ein Lätsch blinkt uns vom Ampelfenster aus grimmig zu: «Schlechtes Vorbild».

Wir schalten auf Dschungelcamp – und schon ätscht uns ein rotes Strichgesicht im Fernseher an. «Blöde Zeitverschwendung». Ja, selbst die Lifttaste verwandelt sich in ein erbostes Zwänzg-ab-Achti-Maul, sobald wir auch nur in die Richtung Aufzug blicken. «Was für eine unsinnige Stromvergeudung».

Okay. Jetzt habe genug von den Moralapostel-Smileys. Jetzt will ich endlich mal wieder ein grünes Lachgesicht sehen. Herzhaft und mit gutem Gewissen beisse ich in einen grünen Apfel. – Doch wieso blinkt der jetzt bitteschön rot? Ach ja, das Glyphosat...

(Der Landbote)

Erstellt: 01.02.2018, 16:01 Uhr

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