Angerichtet

Un italiano vero

Angerichtetkolumnist Jakob Bächtold schreibt, warum die Wülflingerstrasse auch etwas im Belpaese liegt.

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Olivenöl, Pizzakruste, frisch gekochte Tomatensauce und eine Note weisse Trüffel. Der Duft empfängt uns schon am Eingang des Ristorante Buon Gusto an der Wülflingerstrasse. Wieder einmal hat uns der Tipp einer Freundin aus der Altstadt herausgelockt.

Um 19 Uhr an diesem Freitagabend brummt der Laden bereits, Bedienung und Gäste parlieren halb auf Deutsch und halb auf Italienisch, man fühlt sich gleich ein bisschen wie im Belpaese. An der Wand hängen Sophia Loren und Marcello Mastroianni. Bei der Garderobe steht eine ganze Vespa. Und ein bisschen Chaos gehört auch dazu: Unser Tisch ist noch nicht frei. Non fa niente. Prosecco trinkt man sowieso besser an der Bar.

Der Trüffelduft täuscht nicht, es gibt eine Sonderkarte mit Tartufo bianco. Darum wählen wir als Primi Piatti einen Teller frische Tagliatelle (29 Fr.) und ein Raviolone, eine Teigtasche mit Eigelb-Mascarpone-Füllung (19 Fr.). Beides schmeckt hervorragend, die Nudeln sind perfekt al dente, das Riesen-Raviolo aus hauchdünnem Teig gefaltet. Die darüber geraffelte Trüffel gibt ein schönes Aroma, dominiert aber nicht zu stark.

Bedienung und Gäste parlieren halb auf Deutsch und halb auf Italienisch, man fühlt sich gleich ein bisschen wie im Belpaese. 

Für den Hauptgang wagen wir uns an deftige Spezialitäten des Hauses: Beim Robespierre vom Bison (49 Fr.) grilliert der Chef de Service die Filetscheiben am Tisch auf offener Flamme im Olivenöl. Die Orecchia d’elefante alla milanese (59 Fr.) ist ein Stück Küchenbaukunst, ein aufgeschnittenes und auseinandergeklapptes Kalbskotelett, bei dem der Knochen wie ein Elefantenrüssel in die Höhe ragt. Das Fleisch ist zart, die Panade knusprig, doch auch wenn wir Hunger mitgebracht haben: Diese Portion ist uns zu gross. Noch hervorzuheben: Das knackige Saisongemüse ist mit Olivenstückchen gespickt, was bestens zusammenpasst und uns schon wieder von Italien träumen lässt.

Auf der Dessertkarte machen uns die Cannoli (9 Fr.) gwundrig. Der Chef erklärt, das sei «ein geiles Dessert aus Sizilien». Muss man ja probieren. Es sind frittierte Teigrollen gefüllt mit einer Vanillecreme, die mit kandierten Früchten aromatisiert ist. Tipico. Echt italienisch wären sicher auch die Pizze, die an den Nebentischen fleissig bestellt werden. Insomma: Nach dem Nachbarsbox hat uns schon wieder ein Lokal an der Wülflingerstrasse überrascht. Wir stecken ein neues Fähnchen in unsere gastronomische Stadtkarte, eine grün-weiss-rote Trikolore.

Ristorante & Pizzeria Buon Gusto, Wülflingerstrasse 30, Winterthur. Tel. 052 222 06 09. www.ristorante-buongusto.ch

Erstellt: 02.12.2019, 07:40 Uhr

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