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Valentinstag, einmal anders

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Falls Sie es trotz des ganzen Brimboriums verpasst haben sollten: Gestern war Valentinstag. Aber wenn Sie ihn verpasst haben, ist es jetzt sowieso zu spät, ihn noch nachzuholen. Auch wenn es diverse Sträusse und Rosen bestimmt zum halben Preis gäbe. Ist Romantik unvereinbar mit Rappenspalterei? Die Lehrmeinung sagt: Ja. Wer kein Geld hat, soll wenigstens Zeit investieren, ein Gedicht oder zumindest ein Kärtchen texten.

Ohnehin stellt sich jedes Jahr die Frage: Wie sollen die Singles feiern? Schliesslich gibt es in Winterthur 19 000 Einpersonenhaushalte – hinter zwei von fünf Wohnungstüren pocht also ein Herz alleine. Sollen sich die ­Alleinstehenden mit Schimpf­tiraden gegen die Blumen- und Schokoladenindustrie und ihren Kommerzkitsch trösten? Oder sollen sie sich einfach selbst (oder gegenseitig) etwas Gutes tun und mitkonsumieren?

Es gibt noch eine dritte Variante, den Valentinstag zu begehen. Nämlich mit Zitaten des unsterblichen (allerdings verstorbenen) Münchner Komikers Karl Valentin. Der hatte seinerzeit über sich gesagt: «Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen.» Ein so unverstelltes Selbstbild ist doch sympathisch. Wer eigentlich schon jemanden im Auge hätte, aber den Mut nicht findet, zu fragen, der findet vielleicht Trost im Satz: «Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.»

Überhaupt war der alte Karl der wohl lebensklügste aller Valentine. Er wusste: «Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.» Das gilt selbstverständlich auch für den Valentinstag. (Landbote)

Erstellt: 15.02.2018, 11:51 Uhr

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