Landluft

Wenn wilde Tiere durch die Medien streifen

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Die Schweiz beschäftigt sich derzeit mit dem Kaiman vom Hallwilersee. Ein Fischer, den die Aargauer Kantonspolizei als glaubwürdig einstuft, will das Tier gesehen haben. Er konnte es jedenfalls genau beschreiben. Der Kaiman habe sich am Sonntagabend eine kleine Ente geschnappt und sei dann mit der Beute abgetaucht. Gefährlich sei er für Badende nicht.

Noch kein mediales Thema sind indes die Piranhas, die kürzlich im Rhein gesichtet wurden. Ein Fischer, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, ist sich ganz, ganz sicher, dass er keine Äsche an der Angel hatte, sondern einer dieser exotischen Fische: Kurz bevor er die Angel einholen konnte, sei ihm der Piranha allerdings wieder vom Haken gesprungen. Er vermutet, dass jemand den Fisch illegal hielt und im Rhein aussetzte. Doch überleben werde er wohl nicht allzu lange, denn dafür ist das Wasser etwas zu kalt.

Experten glauben, dass das ein Sumatratiger sein muss.

Im Wald südlich von Rheinau ist vor kurzem eine grössere gestreifte Katze gesehen worden. Ein unbekannter Wanderer hat dieser Zeitung ein etwa 1.40 Meter langes Tier mit goldgelbem Fell beschrieben. Experten glauben, dass das ein Sumatratiger sein muss. Wahrscheinlich als Kleintier importiert und zu Hause als vermeintliche Katze gehalten. «Die Besitzer setzen die Tiere aus, sobald sie zu gross werden», sagt ein anonymer Zoologe.

Auch die Kobra in den Thurauen hat es noch nicht in die Medien geschafft. «Wir wollten das nicht an die grosse Glocke hängen», sagt ein freiwilliger Mitarbeiter. Auch er will nicht mit Namen in die Zeitung, weil er doch etwas zweifelt. Sicher ist er aber in einem Punkt: «Da Kobras scheu sind, geht von ihnen ja keine Gefahr aus.»

Obwohl die Tiersichtungen in den hiesigen Medien noch nicht aufgegriffen wurden, sind einige Bürgerinnen und Bürger durch die Gerüchte aufgeschreckt worden. Im Weinland hat sich deshalb nun die «Interessensgemeinschaft Problemtiere» gebildet.

Die IG setzt sich dafür ein, dass die wilden Tiere eingefangen und in ihre natürliche Heimat zurückgeführt werden. Sie hat bereits Geld gesammelt und mit Experten mögliche Transportwege eruiert. Offen bleibt aber noch, wohin sie das saurierartige Wesen, das gerade erst im Husemer See gesichtet wurde, verfrachten soll.

Erstellt: 18.07.2019, 15:47 Uhr

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