Grün & Gut

Wuchernde Salsa aus den Bergen

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Die Bergaubergine (lat. Physalis ixocarpa) ist eine Mogelpackung. Trotz des Namens wuchert die Pflanze auch im berglosen Winterthur. Und mit einer Aubergine hat die Frucht auch nur sehr wenig zu tun, von der violetten Farbe einmal abgesehen.

Im Frühling 2018 habe ich die Samen aus einem Fachmarkt zum ersten Mal zuhause angesät und Mitte Mai, nach dem letzten Frost, nach draussen verpflanzt. Um die zarten Pflänzchen, ursprünglich aus Mexiko, vor übermässigem Regen zu schützen, hatte eine Kollegin sogar ein provisorisches Gewächshaus gebastelt, was sich als unnötig herausstellte: Hallo Dürresommer 2018!

Und offenbar hat die Bergaubergine den Regen auch ganz gerne. In diesem Jahr keimten die Samen von liegengebliebenen Bergauberginen, auch Tomatillos (kleine Tomate) genannt, im Beet und wucherten fröhlich vor sich hin - auch ganz ohne Dach über dem Kopf.

Denn die Frucht ist trotzdem wohlbehütet. Aus der Blüte bildet sich ein kleiner Lampion, in dessen Innern wächst die Frucht heran, wie man es von den Physalisgattungen wie der Andenbeere oder der knallorangen, dekorativen Lampionblume kennt. Irgendwann ist der Lampion für die Bergaubergine zu klein, die Hülle platzt und verwelkt. Die glatte Oberfläche der, je nach Reifegrad, grün bis violetten Bergaubergine ist leicht wachsig. Die violetten, süss-sauren Tomatillos eignen sich gut für asiatische Gerichte wie Wokgemüse oder eine Currypfanne. In Scheiben geschnitten und im Ofen gebacken, habe ich sie auch schon zu Suppen serviert.

In Lateinamerika sind die Köche ungeduldiger. Dort werden die Tomatillos noch im grünen Zustand geerntet. Dann besitzen die Früchte kaum Süsse und sind eines: sauer. Eine gute Grundlage für Salsas. Die Zubereitung ist simpel: Ein paar der wuchernden Früchte mit geschnittenen Zwiebeln im Wasser kochen bis sie platzen, herausnehmen, Koriander dazugeben, pürieren. Wer es schärfer mag, kann mit einer Chilischote noch nachwürzen. Am Schluss mit Salz, Knoblauch und etwas Zitronensaft abschmecken, fertig ist der erfrischend sauer-scharfe Dip.

Erstellt: 05.09.2019, 13:48 Uhr

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