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Zuzeln für das «Opus Winti»

Kürzlich hat der Stadtverbesserer Karl Valentin gehuldigt, heute verneigt er sich vor Gerhart Polt, dem bissigen Ur-Bayern, der gerne mit der grossen Verbalkeule schonungslos auf seiner geliebten Heimat herumklopft. Mit seinem lexikalischen Opus «Der Grosse Polt» lässt er tief in die bayrische Seele blicken.

Dem «Gedankenzuzler» (zugehörig zur Familie der «Zuzler»), zum Beispiel «ist die Gedankenentwickung genauso wurscht wie der Gedanke an sich». «Sexual-Brotzeit» sind «erotische Höhepunkte zwischendurch», und mit einem «Öha» bekundet man körperliches schwerfälliges Erstaunen, eine Wahrnehmung ohne Blitz, anders als beim «Aha».

«Ja Kruzifix», denkt sich der Stadtverbesserer, warum kein «Opus Winterthur»? Skurrile Namen bietet die Stadt ja allemal. Ein paar hingezuzelte Vorschläge für die ersten Lexika-Einträge wären:

  • Holidieren: Wer für seine jahrelangen Dienste ins Nirgendwo abgeschoben wird, statt geehrt zu werden, der wird holidiert. alt.: Freude bekunden. ugs.: Ein grosses Gemächt schwingen.
  • Grüzen: Einzonen, vorzugsweise zur Industriezone. Nicht zu verwechseln mit dem gemeinen grüssen. alt.: sich einschleimen; eine feuchte Aussprache haben. «grüzend»: stänkernd. «angegrüzt»: grimmig, sauer.
  • Versulzern: einen Neustart wagen und hart landen (»Er hat es versulzert»). Vorsicht, konträr verwendet im Tössfeld: Aus Altem Neues machen. sgm.: etwas versilbern, wie beim Lagerplatz.
  • Rislern: von René Isler, Kantonsrat, SVP. Jemanden einen Schlötterli anhängen. («Griechen der Schweiz!»). neudt.: rizzln.
  • Miken: neudt.: Wie ein Fels in der Brandung stehen; einen grossen behäbigen Tanker durch die stürmische See lenken.

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