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Bliibed gsund

Wie das Virus eine Floskel verändert.

Gesehen in Kleinandelfingen: «Bliibed gsund!». Foto: Jonas Gabrieli
Gesehen in Kleinandelfingen: «Bliibed gsund!». Foto: Jonas Gabrieli

Es sind nur zwei kleine Wörter, die durch Corona-Krise ihre Wirkung drastisch verändert haben: Bleibt gesund. Das Floskelhafte ist innert weniger Tage aus diesem Abschiedsgruss gewichen, dazu ist die Lage zu ernst. Nun ist Gesundheit nicht mehr so selbstverständlich wie auch schon. Wir werden unserer oft ignorierten Vergänglichkeit bewusster.

Und irgendwie berührt dieser besorgte Ausdruck jedes Mal ein bisschen, wenn er gehört (oder momentan vor allem gelesen) wird. Denn es ist nicht nur ein Wunsch, sondern gleichzeitig auch eine gesellschaftliche Durchhalteparole: Wir bleiben gesund, körperlich wie auch psychisch. Bis dieser ganze Spuk hoffentlich bald vorbei ist.

Und es sind ja nicht nur Freunde, Bekannte oder gar Chefs, die uns plötzlich ganz aufrichtig Gesundheit wünschen. Nein, auch scheinbar völlig Fremde tun es. So gesehen beispielsweise an der Schaffhauserstrasse in Kleinandelfingen. Teddybären mit Sonnenbrillen und Hygienemasken wünschen dort mit gelben Buchstaben: «Bliibed gsund», während Autos und Velofahrer daran vorbeibrausen. Jeder weiss sofort, was damit gemeint ist, lächelt und spürt tief in sich eine Verbundenheit.

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