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Ein sehr heikles Unterfangen

Im Schulkreis Mattenbach müssen die Kinder für die sprachliche Durchmischung den Schulweg wechseln. Heikel, findet auch unser Leiter des Stadtressorts, Marc Leutenegger.

Im Kreis Mattenbach entscheidet künftig nicht mehr nur der Wohnort, sondern auch die Sprache über den Schulweg. Nach den Sommerferien startet der Schulkreis mit einer neuen Einteile-Logik: Weil der Anteil fremdsprachiger Kinder im Schulhaus Gutschick nach oben abweicht, sollen diese mit deutschsprachigen aus den beiden anderen Schulhäusern im Kreis getauscht werden.

Das ist ein sehr heikles Unterfangen. Die Schuleinteilung und der Schulweg sind heute schon das heisse Eisen schlechthin im Verhältnis zwischen Schulpflege und Eltern. Nun kommt ein neues Kriterium hinzu. Dass ein Kind in eine Schule mit einem höheren Anteil fremdsprachiger Kinder wechseln soll, wird gerade deutschsprachigen Eltern schwer beizubringen sein.

Die an einer Infoveranstaltung verklausuliert bekannt gemachten Pläne, treffen die Eltern völlig unvorbereitet.

Bereits die Integrative Förderung verlangt von Eltern eine grosse Offenheit und das Vertrauen, dass ihre in einer Leistungsgesellschaft aufwachsenden Kinder auch in einem heterogenen Umfeld keine Bildungsnachteile haben.

Ob diese Bedenken berechtigt sind, muss die Bildungswissenschaft beantworten. Aufgabe der Politik ist es, offen mit den Eltern umzugehen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Der noch recht neuen Präsidentin der Schulpflege Seen-Mattenbach ist das im ersten Anlauf nicht gelungen. Die an einer Infoveranstaltung verklausuliert bekannt gemachten Pläne, treffen die Eltern völlig unvorbereitet. Eine Einordnung, wo es solche Massnahmen gibt und welche Erfahrungen gemacht wurden, fehlte komplett.

Ausgehend vom zugrundeliegenden Problem – dass Deutsch an einzelnen Schulen nicht als die geläufige Sprache wahrgenommen wird, wie es die Schulpräsidentin sagte – hätte ein solches Projekt eine vorgängige, möglichst gesamtstädtische Diskussion verdient.

So aber bleibt bei vielen Eltern der Eindruck, dass ihre Kinder für ein Versäumnis der Gesellschaft herhalten müssen. Nämlich, dass es nicht gelingt, fremdsprachige Kinder über die Frühförderung besser an die Schule heranzuführen.

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