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Ein Vertrauens- und Liebesbeweis

Marc Leutenegger, Leiter Ressort Stadt zum deutlichen Ja zur Theatervorlage.

Das Ja zur Theatervorlage ist eine veritable Überraschung. Zwar hatte sich eine breite Zustimmung abgezeichnet. Bis auf die AL bestritt keine Parlamentspartei die Vorlage; lediglich die Grünen zeigten mit ihrer Stimmfreigabe noch, dass sie der Umwandlung des Theaters in eine Aktiengesellschaft nicht vorbehaltlos gegenüberstehen. Dass aber gleich 75 Prozent der Urnengängerinnen und -gänger ein Ja einlegen würden, wenn ein institutioneller Umbruch und erst noch erhebliche Mehrausgaben beschlossen werden, war selbst von den optimistischsten Befürworten nicht erwartet worden.

In seiner Deutlichkeit ist das JA vom Sonntag darum zweierlei: Ein seltener Vertrauensbeweis gegenüber den Institutionen, vorab der Theaterleitung, dem Stadtrat und Gemeinderat, welche die Vorlage lange vorbereitet und mit Überzeugung vertreten haben. Und ein Liebesbeweis für das Winterthurer Theater, das nach mehr Freiheit gerufen hat und eben diese Freiheit jetzt auch bekommt.

Wie im Theater sind die Erwartungen nun gegenseitig zu stellen. Im Zuschauerraum muss man den Anspruch haben, dass überzeugt, was die aus dem Korsett befreite Theaterleitung auf die Bühne bringt. Diese darf umgekehrt erwarten, dass die Solidarität der Winterthurer nicht einschläft, wenn es darum geht, Aktien für die Theater AG zu zeichnen und im Publikum Platz zu nehmen. Wenn es gelingt, das Momentum zu nutzen, könnte nun vielleicht tatsächlich jene Rakete zünden, die der künstlerische Leiter Thomas Guglielmetti vor der Abstimmung herbeigesehnt hat.

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