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Viel Aufwand für eine nette Geste

Zinslose Kredite, die keiner will: Redaktor Till Hirsekorn zur verfehlten Wohnpolitik der Stadt Winterthur.

Ein politisches Projekt mit dem sich die Mitte-Links-Parteien profilieren wollten, dreht weiterhin im Leerlauf. Vier Jahre nach der Volksabstimmung könnten die Wohnbaugenossenschaften nun endlich zinslose Darlehen bei der Stadt beantragen — aber sie verzichten. Die grossen und mittelgrossen tun es zu Gunsten der kleinen und jungen Genossenschaften.

Doch würden viele Kleinprojekte, sofern sie überhaupt zustande kämen, tatsächlich spürbar mehr günstigem Wohnraum schaffen? Wohl kaum. Zehn Millionen Franken sind insgesamt im Topf. Das reicht nicht weit, wenn man weiss, dass allein 2017 stadtweit über 400 Millionen Franken verbaut wurden. Auch die Wohnbaugenossenschaften sehen im Rahemenkredit deshalb nicht mehr als ein «positives Symbol.» Das bleibt auch so, wenn dieser dereinst in einen ständigen Fonds umgewandelt wird und das Geld im Umlauf bleibt. Doch dass es für etwas, das letztlich eine nette Geste ist, eine zweite Abstimmung braucht, ist ärgerlich bis peinlich. Den Fonds aufzustocken, ist schliesslich nicht geplant.

Die Stadt hat es damit weiterhin vor allem als Baubehörde in der Hand, den Wohnbaugenossenschaften zu fördern. Zum Beispiel, indem sie bei renditegetriebenen Grossprojekten einen Mindestanteil gemeinnütziger Wohnungen vorgibt, wie etwa bei der Lokstadt auf dem Sulzerareal.

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