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Unverständlich auf vielen Ebenen

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Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Zweimal täglich fährt seit Sonntag ein Billigbus von Winterthur nach Zürich, aber buchbar ist das Angebot nicht. Nur nach Solothurn oder St. Gallen dürfen Winterthurer zum Spartarif fahren. Denn sonst, so die offizielle Begründung, würde das erste Fernbusunternehmen der Schweiz dem subventionierten Zugverkehr Konkurrenz machen. Und das will der Gesetzgeber nicht.

Das Beispiel zeigt in seiner Absurdität zweierlei. Erstens, dass der öffentliche Verkehr in der Schweiz einen hohen Stellenwert hat und nicht schutzlos einem freien Markt ausgesetzt werden soll. Und zweitens, dass Verkehrspolitik als Alibipolitik betrieben wird. Die Vorstellung, es könne ein Fernbusangebot aufgebaut werden, ohne dass der subventionierte Verkehr Schaden nimmt, ist entweder naiv oder Augenwischerei. Die Politik in Bern wird sich entscheiden müssen, was wichtiger ist, ein guter Service public auf der Schiene oder möglichst viele günstige Verbindungen.

Einfacher zu beantworten ist die Frage, wie die Stadt Winterthur auf das Phänomen der Fernbusse reagieren muss. Während Eurobus in anderen Städten eine Pauschale abliefert, betreibt das Unternehmen sein kommerzielles Busangebot ab Winterthur, ohne für die Nutzung der Haltekante zu bezahlen. Die Busstopps seien nicht bewilligungspflichtig, darum treibe man keine Gebühren ein, hiess es von der Stadtpolizei dazu lapidar. Eine Bevölkerung, die in den letzten Jahren viele steigende Gebühren hinnehmen musste, dürfte dafürwenig Verständnis haben.

Erstellt: 13.06.2018, 10:24 Uhr

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Marc Leutenegger, Leiter Ressort Stadt

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