Kommentar

Zenos Zirkus

Jakob Bächtold kommentiert die geplatzte Stadtratskandidatur von EDU-Kandidat Zeno Dähler.

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Zeno Dählers Aktion geht als kürzeste Stadtratskandidatur in die Winterthurer Politgeschichte ein: Gerade einmal 13 Tage war er Kandidat. Der EDU-Politiker hat in dieser kurzen Zeit alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.

Dählers Auftritt als Pausenclown im Politzirkus schadet nicht nur seiner Partei, sondern dem ganzen Politbetrieb.

Er hat zu lange gezögert, bis er antrat. Er sprach sich nicht mit anderen Parteien ab. Er machte untolerierbare Aussagen zur Mitkandidatin, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt. Er schätzte seine berufliche Situation falsch ein. Und beim Rückzug kam es dann auch noch zu Unstimmigkeiten mit der Kantonalpartei.

Man staunt, dass ein langjähriges Parlamentsmitglied sich so unbedarft auf dem politischen Parkett bewegt. Das Problem dabei: Dählers Auftritt als Pausenclown im Politzirkus schadet nicht nur seiner Partei, sondern dem ganzen Politbetrieb.

Ein Stadtratswahlkampf ist keine Jekami-Veranstaltung. Ernsthaftigkeit bleibt eine Grundvoraussetzung für Politikerinnen und Politiker. Das darf in der modernen Spassgesellschaft nicht vergessen gehen.

Erstellt: 06.06.2019, 20:37 Uhr

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