Leitartikel

Der Wechsel ist eine Chance für die Schule

Stadtredaktorin Mirjam Fonti über den Schulanfang und die vielen Veränderungen im neuen Winterthurer Schuljahr.

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Diese Woche haben drei neue Kreisschulpflegepräsidentinnen und -präsidenten ihre Arbeit aufgenommen. Chantal Galladé (SP), Präsidentin im Kreis Stadt-Töss, war bereits gefordert, muss sie sich doch um eine Lösung für einen sicheren Übergang an der Schlosstalstrasse kümmern.

Die Schulwegsicherheit ist nur eine von vielen Herausforderungen, die auf die Schulpflegen in der beginnenden Legislatur warten. Zu nennen wären das Projekt Wega, welches das Wachstum der Sonderschulkosten bremsen soll, aber auch die Überlastung vieler Schulleiter und Lehrpersonen. Zudem herrscht in manchen Quartieren Schulraumknappheit und das Projekt Tagesschule sowie die Schulbehörden-Reorganisation stehen an.

Dass drei von vier Kreisschulpflegepräsidien nun neu besetzt sind, bedeutet zweifelsohne einen Wissensverlust für die Zentralschulpflege, aber es heisst auch, dass nun ein frischer Wind weht und das tut der Schule gut. Es hat eine neue Generation übernommen. Während die Vorgänger Felix Müller (erst Grüne, dann parteilos), Ruedi Ehrsam (parteilos) und Toni Patscheider (SP) alle schon Schulpflegepräsidenten waren, bevor die Aufgabe zum Vollamt wurde, haben sich alle jetzigen Präsidenten ganz bewusst um ein Vollamt beworben.

«Die Gewichte in der Zentralschulpflege haben sich verschoben, die Sparschraube dürfte etwas gelockert werden.»

Sie bringen teils Hintergrundwissen aus anderen Bereichen der Schule mit, das ihnen eine differenzierte Sicht auf anstehende Probleme erlaubt. Zu begrüssen ist auch, dass nun das Geschlechterverhältnis ausgeglichen ist; zwei Männer und zwei Frauen besetzen die Präsidien.

Die Wahl hat aber auch die Gewichte in der Zentralschulpflege verschoben. In dieser sitzen neben den Kreisschulpflegepräsidenten vier nebenamtliche Mitglieder sowie der Schulvorsteher Jürg Altwegg (Grüne). Als Stefan Fritschi (FDP) der Schule noch vorstand, hatten die bürgerlichen Kräfte in der Zentralschulpflege eher ein Übergewicht.

Das Gremium umfasste zwei Vertreter von SP und FDP, je einer von CVP, SVP und GLP sowie zwei Parteilose. Nun hat die SP drei Sitze in der Zentralschulpflege und die GLP, mit der sie im Wahlkampf zur Schulpflege zusammenspannte, zwei. Auch Altwegg dürfte als Grüner viele Anliegen dieser Allianz mittragen. SVP, FDP und CVP haben dagegen je nur einen Sitz.

Auch wenn oft betont wird, Schulpolitik sei nicht Parteipolitik, wird die Verschiebung dieser Gewichte Auswirkungen auf die Schule haben. Die Sparschraube dürfte etwas gelockert werden. So betonten alle Kandidaten im Vorfeld der Wahl, bei den Schulleitern dürfe nicht weiter gespart werden. Martha Jakob (GLP, Seen-Mattenbach) plädierte zudem dafür, dass die Entlastungsangebote des Kantons, welche die Stadt zahlen muss, tatsächlich in Anspruch genommen werden. Schulleitende und Lehrkräfte dürfen also auf eine gewisse Entlastung hoffen.

Eine weitere wichtige Personengruppe für die Schule sind die Eltern. Sie können unterstützend wirken, wenn sie einbezogen werden. Geschieht dies jedoch nicht, protestieren sie. So geschehen im Kreis Stadt-Töss. Die Eltern griffen den Präsidenten Felix Müller immer wieder an, weil sie sich nicht ernst genommen fühlten.

Wenn man den Versprechen der Neugewählten glauben darf, hat die Zusammenarbeit mit den Eltern für alle einen hohen Stellenwert. Sie seien ein wichtiger Gradmesser, sagte etwa Christoph Baumann (SP, Oberwinterthur) und Galladé betonte, ihr Ziel sei, dass auch die Eltern zufrieden seien. Martha Jakob machte gar geltend, sie arbeite seit 30 Jahren in der Schule und habe noch nie Eltern mit einem Anliegen zurückweisen müssen.

Gut möglich also, dass Mütter und Väter mit ihren Anliegen künftig mehr Gehör finden. Die Tatsache, dass Galladé sich nun um das schon lange vorgetragene Anliegen des Elternrats Rebwiesen kümmert, eine Lösung für den Übergang Schlosstalstrasse zu finden, mag ein Indiz dafür sein.

Natürlich müssen die Schulpflegepräsidentinnen und -präsidenten ihren Worten Taten folgen lassen. Es wird Hürden geben und die finanziellen Mittel werden knapp bleiben. Doch man hat den Eindruck, dass die neuen Präsidien die vielen anstehenden Veränderungen offen mitgestalten wollen. Insofern kommt der Wechsel an der Spitze der Kreisschulpflege zur rechten Zeit und ist eine Chance.

(Der Landbote)

Erstellt: 24.08.2018, 16:59 Uhr

Mirjam Fonti.

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