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Der Stadtammann geht in PensionMenschenfreund mit heikler Mission

Genau heute an seinem 65. Geburtstag wird Roland Isler pensioniert. Hier erzählt der scheidende Betreibungsbeamte über die Räumung der Wohnung eines Schuldners, die voller Schlangen und Skorpione war, und über seine tiefe Liebe zur Gant von früher.

Roland Isler am Schalter des Betreibungsamts an der Neustadtgasse. Strenger Büromief dominiert, doch Isler war ein menschenfreundlicher Schuldeneintreiber.
Roland Isler am Schalter des Betreibungsamts an der Neustadtgasse. Strenger Büromief dominiert, doch Isler war ein menschenfreundlicher Schuldeneintreiber.
Archivfoto: Johanna Bossart

Eigentlich gehört dieser Mann in diesen Tagen an die Neustadtgasse, in sein Betreibungsamtsbüro oder noch besser gleich nebenan ins Gantlokal. Dahin auf jeden Fall, wo er 38 Jahre lang gewirkt hat, davon 23 als gewählter und mehrfach bestätigter Stadtammann und Leiter des Betreibungsamts. Aber stattdessen sitzt er diese letzten Wochen vor seiner Pensionierung zu Hause in Iberg und macht wie viele andere Homeoffice. Er tut das konsequent, hält Abstand, kommuniziert per Telefon, auch wenn es ihm schwerfällt. Er, den alle auf der Strasse mit «Hoi Roli» grüssen und der den Kontakt mit Menschen stets gesucht und geliebt hat. «Ich mag keinen Streit, ich bin ein friedliebender Mensch. Ich kann gar nicht streiten, fragen Sie meine Frau. Ich suche und sehe immer auch das Positive und das Gute im Menschen.» Ausgerechnet so einer sah seine Berufung und Lebensaufgabe darin, Betreibungsbeamter zu werden. Ein Wort und ein Job, worin Schrecken, Hartherzigkeit und Amtsstubenmief mitklingen.

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