Zum Hauptinhalt springen

Landluft-KolumneMister Right wohnt im Dorf

Den Traummann findet man nicht im Ausgang, sondern in der Landi.

Die Landluft-Kolumne.
Die Landluft-Kolumne.
Cartoon: Ruedi Widmer

Mister Schweiz ist Geschichte – jetzt sucht man den Mister Right. Der muss nicht nur gut aussehen, sondern auch etwas können: Jägermeister-Shots verkaufen zum Beispiel. Ein Blick auf die Kandidaten zeigt: Städter sind nicht sehr erfolgreich. Die Winterthurer sind längst ausgeschieden, während der Elgger Marsianer Steve Schild noch um das Krönchen kämpft. Auch der letztjährige Sieger kommt aus einem Kaff: Pratval, ein 240-Seelen-Dorf in Graubünden. Nicht mal einen Volg gibt es da. Jägermeister vielleicht schon.

Diese absolut repräsentative Studie beweist: Traummänner wohnen auf dem Land. Klar, da lernt man ja noch einen richtigen Beruf. Nicht wie Städter, die an der ZHAW studieren und danach in einem Start-up arbeiten, das normale Haferflocken als gluten- und laktosefreies Porridge zum doppelten Preis verkauft.

Wer auf Partnersuche ist, sollte also in die Dorf-Chnelle in Truttikon, statt sich Nächte in der Steinberggasse um die Ohren zu hauen. An die Dorfet in Pfungen statt ans Albanifest. Oder etwas Corona-tauglicher: im Turnverein Flaach seinen Schwarm beim Völkerball schlagen, statt ihn im Fitnesscenter zu beeindrucken. Wenn alle Stricke reissen: Wer lange genug vor einer Landi-Filiale steht, hat schon immer irgendwann einen braungebrannten Bauernsohn getroffen – auf einem Gefährt mit ordentlich PS notabene. Die Autoposer aus Töss können einpacken.

Wenn sogar die Bachelorette Chanelle Wyrsch im beschaulichen Ellikon an der Thur ihren Mister Right gefunden hat, dann muss das schon was heissen. Immerhin ein halbes Jahr schwebte sie im ländlichen Liebesglück, bevor Mike ihr den Laufpass gab. Mit der gleichen fadenscheinigen Begründung, die man auch von Start-up-Städter-Dates bekommt.