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7 Routen für NaturliebhaberMit dem Velo durch die schönsten Weinberge der Schweiz

Im Herbst ist eine Fahrradtour durch die Weinberge unseres Landes ein besonderes Highlight. Hier gibts Inspiration.

Gemütlich durch die Bündner Herrschaft.
Gemütlich durch die Bündner Herrschaft.
Foto: Dolores Rupa / Heidiland Tourismus AG

Von den Blauburgunder-Rebbergen in Graubünden bis zu den Weinterrassen des Lavaux: Abseits der grossen Durchgangsstrassen lässt es sich auf diesen Touren gemütlich radeln und dazwischen vielleicht sogar ein Gläschen der feinen Tropfen degustieren.

Vom Luganersee zu den Weinbergen des Mendrisiotto

Meist kommt man in dieser Gegend nur auf der Autobahn Richtung Süden vorbei. Dabei bietet die Strecke ab Melide bis Chiasso bezaubernde Wege abseits der grossen Routen. Vor allem aber befindet sich im Mendrisiotto das grösste Weinanbaugebiet des Tessins.

Bevor man an den Rebbergen vorbeikommt, führt der Weg dem Luganersee entlang, manchmal leider auch auf der Hauptstrasse. Wer will, kann sein Velo in Melano aufs Schiff nehmen und in Riva San Vitale wieder an Land gehen. In Richtung Mendrisio muss man in die Pedalen treten, denn es geht immer leicht bergauf bis Coldrerio. Dafür aber präsentieren sich hier die Rebhänge sehr eindrücklich. Und natürlich kann man da und dort auch die edlen Tropfen verkosten.

20 km, ca. 1 Std. 15 Min.

Rund um den Murtensee

Die Rundtour ab Murten wartet mit Geschichtsträchtigem auf.
Die Rundtour ab Murten wartet mit Geschichtsträchtigem auf.
Foto: Region-du-Leman.ch 

Die Rebhänge am Mont Vully erblickt man schon bald nach dem Verlassen des Ausgangspunktes in Murten. Doch zuerst führt der Weg Richtung Greng und dem Seeufer entlang nach Avenches Plage und dann bis nach Salavaux, einem der längsten Sandstrände der Schweiz. Nun steigt der Weg leicht an, bis man durch die Weinberge den Mont Vully erreicht. Spätestens hier lohnt sich ein Zwischenhalt, um die schöne Aussicht auf die Alpen und den Jura zu geniessen.

Der Ort hat aber auch Geschichtsinteressierten einiges zu bieten, stehen hier doch ein Oppidum mit einem Festungswall, den die keltischen Helvetier um 58 v. Chr. erbauten, sowie Verteidigungsstellungen, welche die Schweizer Armee im Ersten Weltkrieg anlegte. Gemütlich bergab geht es dann via das Waldgebiet Chablais zurück ins hübsche Zähringerstädtchen Murten.

28 km, ca. 1 Std. 40 Min.

Von den Rheinauen in die Bündner Herrschaft

Diese abwechslungsreiche Tour startet in Chur, der ältesten Stadt der Schweiz. Sie führt entlang der Rheinauen, der einzigen verbliebenen zwischen Reichenau und dem Bodensee. Man nennt diese Wälder auch «Regenwälder der Alpen». Bei Zizers auf der anderen Talseite tauchen dann die ersten Rebberge auf. Nach Igis umfährt man Landquart und gelangt nach einigen Höhenmetern ins Weinbaudörfchen Malans. Hier führt der Weg mitten durch die berühmten Blauburgunder-Rebberge bis nach Jenins.

Gelegenheit für Zwischenhalte gibt es genügend. Aber es locken auch Maienfeld und Fläsch mit wunderbarer Landschaft und guten Tropfen, bevor man in Bad Ragaz das Ziel erreicht hat.

26 km, ca. 1 Std. 30 Min.

Vom Rheinfall durch das Weinland

Auf dem Velo durchs Zürcher Weinland.
Auf dem Velo durchs Zürcher Weinland.
Foto: Zuercher-Weinland.ch

Diese Velotour beginnt in Schaffhausen gleich mit einem ersten Höhepunkt: dem Rheinfall in Neuhausen. Anschliessend gehts durch die kleinen Dörfer des Zürcher Weinlands mit ihren schmucken Riegelhäusern. Nicht umsonst heisst das Gebiet so. Bereits in Dachsen, Benken und Rudolfingen fährt man an den Rebhängen vorbei. Bei Trüllikon lohnt sich ein Zwischenhalt am idyllischen Husemersee.

Die breite Talebene der Thur begünstigt mit ihren sonnigen Flanken den Weinbau. Via Ossingen und Uesslingen gelangt man zur Kartause Ittingen, ein weiteres Highlight. Im ehemaligen Kloster wird neben Wein übrigens auch Hopfen angepflanzt, der zu einem köstlichen Bier verbraut wird. Römische Vergangenheit schnuppern kann man in Pfyn mit seinem Kastell. Und schon geht es am Fuss des rebenbewachsenen Ottenbergs nach Weinfelden.

52 km, ca. 3 Std.

Vor den Toren der Stadt Genf

Wer radelt, muss rasten: Velofahrerin bei einer Pause in einem Park in Genf.
Wer radelt, muss rasten: Velofahrerin bei einer Pause in einem Park in Genf.
Foto: Keystone

Diese Route führt nicht nur durch die Weinberge im Umland von Genf, sondern auch vorbei an diversen Schlössern und Burgen. Ab dem Bahnhof Eaux-Vives verlässt man die städtische Hektik und fährt schon bald auf meist verkehrsarmen Strassen. Der erste Anlaufpunkt ist Cologny mit dem Château El Masr, was so viel wie «der Ägypter» bedeutet. Gleich daneben liegt Vésenaz mit seinem Château. Ausserhalb des Dorfes kommt man an den Ruinen von Rouelbeau vorbei, die man sich unbedingt anschauen sollte. Immer wieder führen die Wege an Rebbergen vorbei.

Einige Kilometer weiter erreicht man das Château du Crest in Jussy, das heute ein renommiertes Weingut beherbergt. Der Weg führt weiter vorbei an Feldern und Obstbäumen und durch die malerischen Dörfer Presinge, Choulex und Puplinge, bevor es zum Ausgangspunkt, dem Bahnhof Eaux-Vives, zurückgeht.

32 km, ca. 2 Std.

Auf der Königsetappe durch das Lavaux

Ein Feuerwerk an Farben: Das Lavaux am Lac Léman.
Ein Feuerwerk an Farben: Das Lavaux am Lac Léman.
Foto: Alisse de Leva /Unsplash

Diese Route ist quasi das Sahnehäubchen unter den Velotouren durch die Rebberge: das Lavaux am Lac Léman. Aber sie hat es in sich. Denn auch wenn man anfangs von Montreux noch gemächlich dem Seeufer entlangfährt, die Strecke ab Vevey durch die steilen Rebberge ist doch ein ziemlich anstrengendes Auf und Ab. Dafür wird man im Herbst mit einem bunt leuchtenden Feuerwerk an Farben belohnt.

Mit einer Fläche von rund 4000 Hektaren ist das Waadtland nach dem Wallis das grösste Weinanbaugebiet der Schweiz. Dazwischen passiert man die hübschen Weindörfer St-Saphorin, Epesses und Lutry. Danach geht es wieder mehr oder weniger dem Seeufer entlang bis nach Lausanne und weiter nach Morges.

42 km, ca. 2 Std. 30 Min.

Den Walliser Weinbergen entlang

Braucht etwas Ausdauer: Die Route von Sitten nach Leuk.
Braucht etwas Ausdauer: Die Route von Sitten nach Leuk.
Foto: Valais.ch

Für diese Route muss man schon etwas trainierte Beine haben, denn schon ab Sitten führt der Weg zuerst einige Hundert Höhenmeter nach St-Germain und Grimisuat hinauf. Aber bereits hier radelt man inmitten der Weinberge auf kleinen Bergsträsschen. Dann führt der Weg wieder hinunter nach St-Léonard, bevor er bei Valeçon wieder ansteigt.

Den höchsten Punkt der Tour erreicht man in Venthône mit 822 Metern über Meer. Beim Abstieg streift man Sierre nur kurz, bevor man in Salgesch, dem «Weindorf der Schweiz», ankommt. Spätestens hier lohnt es sich, einen längeren Zwischenhalt einzulegen und von den köstlichen Rotweinen zu probieren. Ebenso bei der Kirche Varen, von wo aus man einen wunderbaren Blick über den Naturpark Pfynwald hat. Danach ist es nur noch ein Katzensprung bis ans Ziel in Leuk.

47 km, ca. 4 Std.