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Landluft-KolumneMit Lavendel gegen die Fernsehliebe

Mohn steht für Versuchung, lasst die «Bachelorette» kreativere Blumen überreichen.

Rosen sind rot, Veilchen sind blau, so viele Muckis kämpfen um eine Frau. Die Sendung «Bachelorette» ist so trashy wie beliebt. In der aktuellen Staffel bemühten sich mit Christian und Mike auch zwei Kandidaten aus der Region Winterthur um ein Date mit Chanelle, die jeweils per Blumengruss entscheidet, wer bleiben darf und wer gehen muss. Dass sie rote Rosen überreicht, ist einerseits sehr klassisch, andererseits aber auch ein wenig langweilig.

Wie uns der Naturschutz beibringt, sind gepflegte Gärtchen out und wilde Blumenwiesen in. Steckt also die langstieligen Rosen weg und werdet kreativ. Was würde es bedeuten, wenn Chanelle dem nächsten Mann eine Mohnblume in die Hand drückte? Google sagt, sie stehe für Schlaf, Vergessen und Liebesleid – aber auch für Fruchtbarkeit und Versuchung. Nun, das Mysteriöse dieser Botschaft hielte zumindest die Spannung hoch.

Wie wäre es mit einem Sträusschen Lavendel? Den mögen die Bienen! Google sagt, die violetten Blümchen stünden für Abwehr, Demut und Keuschheit – dieser Kandidat wäre dann wohl definitiv ausgeschieden. Vielleicht eine Orchidee? Sie drückt Bewunderung über die Schönheit des Beschenkten aus und steht für Sehnsucht, Leidenschaft und Fruchtbarkeit – das klingt doch nach allerhand Potenzial, es in die nächste Folge Reality-TV zu schaffen.

Aber aufgepasst, nicht jede Blume sollte mir nichts, dir nichts aus dem Boden gezogen werden. Die Küchenschelle etwa ist zwar wunderhübsch anzuschauen, in ihrer natürlichen Form aber sehr selten geworden. So erfreut man sich lieber in der Natur an ihr – auch wenn ihr lateinischer Name perfekt zur Sendung passen würde: Pulsatilla vulgaris.