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Klimapolitik in WinterthurMit welchen Massnahmen der Stadtrat das Klima schützen will

Das Parlament renne mit seinen Forderungen offene Türen ein, schreibt der Stadtrat. Sieben Beispiele, wo und wie es rasch(er) vorwärtsgehen soll bei der Klimapolitik.

Vor gut einem Jahr überwies der Gemeinderat im Rahmen einer «Klimadebatte» zehn Vorstösse, um die Klimapolitik der Stadt zu beschleunigen.
Vor gut einem Jahr überwies der Gemeinderat im Rahmen einer «Klimadebatte» zehn Vorstösse, um die Klimapolitik der Stadt zu beschleunigen.
Foto: Marc Dahinden/TX Group

«Netto null» bis 2050: Diesem Klimaziel hat sich auch die Stadt Winterthur verschrieben. In 30 Jahren soll die 2000-Watt-Gesellschaft erreicht sein, und die CO₂-Emissionen sollen auf null Tonnen pro Kopf und Jahr sinken. Die Klimajugend würde diese Limite lieber schon im Schnelltempo bis 2030 erreichen. Denn, das hielt der Stadtrat heute auch in seiner Medienmitteilung fest: Die Marke 2050 reicht nicht, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Heute hat der Stadtrat vorgestellt, wie Winterthur möglichst rasch CO₂-neutral werden soll. Basis dafür bildeten die zehn Vorstösse, die der Gemeinderat bei der Klimadebatte vor einem Jahr überwiesen hatte. Damit, so heisst es, renne das Parlament «offene Türen» ein. Ein Überblick:

Klimatag

Die Stadt bereitet einen Klimatag vor, der nächsten Frühling stattfindet. Dabei bleibt die Technikumstrasse einen Sonntag lang autofrei. Stattdessen wird an diesem Aktionstag das Thema «Nachhaltige Mobilitätsformen» vertieft. Das Parlament hatte sich für vier autofreie Sonntage ausgesprochen, was wohl nur auf Quartierstrassen rechtlich zulässig wäre.

Klimawochen

Schon im Herbst finden 25 Events zum Thema Klimaerwärmung statt.

Neuer Energieplan, neues Klimakonzept

Ab Ende Jahr will die Stadt ihren kommunalen Energieplan erneuern. Darin wird, ausgehend von den Vorgaben von Bund und Kanton, beispielsweise definiert, wo und wie sehr bei den einzelnen Energieträgern reduziert werden soll. Der Anteil an Abwärme, Holz und Umweltwärme beispielsweise soll steigen, der Verbrauch von Erdöl und Erdgas stark sinken. 2013 wurde der Energieplan letztmals festgelegt. Bereits Ende Jahr soll das neue Energie- und Klimakonzept vorliegen.

Grünere Flotte

Bei der Mobilität soll Winterthur grüner werden. Sie soll «nachhaltig gefördert» werden.
Bemerkenswert: Der Stadtrat will die Beschaffung neuer Fahrzeuge, etwa für Stadtgrün, künftig selber in die Hand nehmen und zentralisieren. Seit einem Monat ist beispielsweise auch in Winterthur der
erste E-Müllwagen für Stadtwerk unterwegs, designed and made in Winterthur.

Energie aus Müll und Abwasser. Sogar Wasserstoff?

Auch mit der fünften Reinigungsstufe der ARA Hard sowie dem Ersatz der zweiten Verbrennungslinie der Kehrichtverbrennungsanlage wird Winterthur umweltfreundlicher. Bei der KVA will man auch prüfen, ob Wasserstoff produziert werden könnte.

Mehr Fotovoltaik

Bis 2025 sollen 100 weitere Fotovoltaik-Anlagen auf den Dächern städtischer Liegenschaften stehen, unter anderem an der Fassade der KVA.

Bei privaten Liegenschaften setzt die Stadt die Rahmenbedingungen. Offenbar soll es dort rascher vorwärtsgehen. Man prüfe ein «neues Massnahmenpaket».

Hitze-Hotspots verhindern

Einen besonderen Fokus will der Stadtrat auf das Thema Hitze-Hotspots legen und schauen, wo man städtebaulich ansetzen müsste, um Winterthur gegen Hitzetage und Tropennächte zu wappnen. Dies auch, so heisst es, um die Lebensqualität aufrechtzuerhalten.

Einmal ein Nein …

Nicht umsetzen will der Stadtrat den Vorschlag, die Überschüsse aus den Einnahmen aus den städtischen Parkhäusern wie dem Teuchelweiher in den öffentlichen Verkehr zu investieren. Rechtlich sei dies schlicht nicht zulässig.

Mit der Unterzeichnung der Klima- und Energiecharta bekräftige auch die Stadt Winterthur ihren Willen, ihr «klimapolitisches Engagement» zu verstärken. Der Klimawandel sei «eine der grössten globalen Herausforderungen.»