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Immunität gegen das CoronavirusMonatelang geschützt

Nach einer Covid-19-Erkrankung bilden die meisten Patienten eine lang anhaltende Immunantwort, wie eine US-Studie zeigt.

Blutentnahme für einen Antikörpertest im City Notfall Bern: Nach einer durchgemachten Covid-19-Erkrankung haben die meisten Betroffenen Antikörper.
Blutentnahme für einen Antikörpertest im City Notfall Bern: Nach einer durchgemachten Covid-19-Erkrankung haben die meisten Betroffenen Antikörper.
Foto: Franziska Rothenbühler

Nach überstandener Covid-19-Erkrankung sind Patienten offenbar bis zu fünf Monate vor einer erneuten Infektion geschützt. Das gilt selbst dann, wenn die Erkrankung nur mild bis mittelschwer verlaufen ist, wie US-Virologen nun berichten. Sie liefern damit neue Daten zu der Frage, ob und wie stark die Schutzwirkung nach einer durchgemachten Infektion mit Sars-CoV-2 ist.

Wie die Wissenschaftler im Fachjournal «Science» berichten, wurden für die Studie mehr als 30’000 Covid-19-Patienten untersucht. Im Blut dieser Patienten liessen sich zunächst Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus nachweisen. Solche Eiweisse bildet das Immunsystem, um Erreger zu bekämpfen und im Fall einer erneuten Infektion unmittelbar abfangen zu können. Doch nicht alle Antikörper sind zu dieser Abfangleistung in der Lage.

Die Forscher testeten deshalb bei einem kleinen Teil der Probanden, ob in deren Blut neutralisierende Antikörper vorlagen – also jene Immunmoleküle, die das Virus auch tatsächlich ausschalten können. Ab einer konkreten Menge von Antikörpern, die Fachleute als «Titer» bezeichnen, konnte eine Neutralisation des Virus in allen Proben gezeigt werden.

Erkenntnis ist auch für die Entwicklung von Impfstoffen interessant

Da die meisten der untersuchten Patienten nach ihrer Infektion einen solchen hohen Titer hatten, der erst zum Ende der Beobachtungszeit zu sinken begann, schliessen die Wissenschaftler auf eine Immunantwort, die in den meisten Fällen fünf Monate oder länger vor einer erneuten Infektion schützt.

Die neue Erkenntnis ist vor allem im Zusammenhang mit der Entwicklung von Impfstoffen interessant. So hatten Immunologen in einem Pressebriefing des Science Media Center am Mittwoch erklärt, dass die schützende Immunität nach einer natürlichen Infektion mit Sars-CoV-2 eher schwach ausfalle – weil das Virus als Eintrittspforte den Nasen-Rachen-Raum nutzt und dort nur eingeschränkt mit dem Immunsystem in Kontakt kommt. Impfungen werden dagegen meist in die Muskulatur verabreicht und können dort eine stärkere Immunantwort provozieren.

Da die natürliche Immunität aber offenbar doch stärker ausfällt als gedacht, spricht dies für einen länger anhaltenden, schützenden Effekt von Impfungen.

54 Kommentare
    D. Eugster

    nur bis zu 5 Monaten geschützt, so können wir aber eine Herdenimmunität vergessen. Bevor auch nur 1/3 durchseucht ist verlieren die ersten schon wieder ihre Immunität.