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Vater und SohnMutmassliche Fluchthelfer von Carlos Ghosn festgenommen

Zwei Männer, die dem früheren Chef von Nissan und Renault bei seiner spektakulären Flucht aus Japan geholfen haben sollen, sind in den USA verhaftet worden.

Auf einem Video-Screenshot ist der ältere der verhafteten mutmasslichen Fluchthelfer zu sehen (Mitte). (30. Dezember 2019)
Auf einem Video-Screenshot ist der ältere der verhafteten mutmasslichen Fluchthelfer zu sehen (Mitte). (30. Dezember 2019)
Keystone
Die beiden Männer sollen dem früheren Chef von Nissan und Renault bei seiner spektakulären Flucht aus Japan in den Libanon geholfen haben.
Die beiden Männer sollen dem früheren Chef von Nissan und Renault bei seiner spektakulären Flucht aus Japan in den Libanon geholfen haben.
Keystone
Ghosn, zuletzt Verwaltungsratschef von Nissan, war im November 2018 in Japan festgenommen worden.
Ghosn, zuletzt Verwaltungsratschef von Nissan, war im November 2018 in Japan festgenommen worden.
Keystone/Koji Sasahara
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In den USA sind zwei Männer festgenommen worden, die dem früheren Chef der Autohersteller Nissan und Renault, Carlos Ghosn, bei seiner spektakulären Flucht aus Japan geholfen haben sollen.

Vater und Sohn im Alter von 59 und 27 Jahren wurden am Mittwoch in Harvard im Bundesstaat Massachusetts gefasst, wie das Justizministerium in Washington mitteilte. Gegen beide Männer liegt ein japanischer Haftbefehl vor.

Ghosn war im Dezember aus Japan in den Libanon geflüchtet, wo er sich seither aufhält. Die japanische Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, Firmenkapital von Nissan zweckentfremdet und private Verluste auf das Unternehmen übertragen zu haben.

Auch Frankreich ermittelt

Auch in Frankreich laufen Ermittlungen gegen Ghosn. Dabei geht es unter anderem um die möglicherweise illegale Finanzierung zweier rauschender Feste auf Schloss Versailles.

Die beiden mutmasslichen Fluchthelfer Ghosns wurden einem Bundesrichter in Massachusetts vorgeführt. Die beiden Männer bleiben vorerst in Haft, können aber ihre Freilassung auf Kaution beantragen. Die Staatsanwaltschaft fordert jedoch, dass sie im Gefängnis bleiben, da sie ein Fluchtrisiko sieht.

Ein japanischer Antrag auf Auslieferung des Mannes und seines Sohns liegt bislang nicht vor. Die japanischen Behörden haben 45 Tage Zeit, um den Antrag zu stellen.

Früherer Elitesoldat

Bei dem 59-Jährigen handelt es sich um einen früheren Elitesoldaten der US-Armee, der im Bereich der privaten Sicherheitsdienstleistungen tätig ist. Er soll nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft zwischen Juli und Dezember vergangenen Jahres mehrfach nach Japan gereist und sich dort mindestens sieben Mal mit Ghosn getroffen haben.

Gerichtsdokumenten zufolge sollen der 59-Jährige und sein Sohn dann im Dezember zusammen mit einem libanesischen Staatsbürger den früheren Automanager in einem grossen schwarzen Koffer versteckt haben, wie er für Tonausrüstung für Musik verwendet wird.

Dreiste Fluchtaktion

Der Koffer sei dann in ein Privatjet verladen worden. Es habe sich um eine der «dreistesten und bestgeplanten Fluchtaktionen der jüngeren Geschichte» gehandelt, erklärte die US-Staatsanwaltschaft.

Ghosn, zuletzt Verwaltungsratschef von Nissan, war im November 2018 in Japan festgenommen worden. Zum Zeitpunkt seiner Flucht befand er sich gegen Kaution auf freiem Fuss, sein Prozess in Japan stand noch vor.

(SDA / chk)